EINS
Sven. Ole. Die drei Anwälte.
Ein großer Schreibtisch. Dahinter sitzen die drei Anwälte Meier, Meyer und Maier.
Sven tritt auf, hinter ihm Ole, der Sven zurückzieht, um als erster bei den Anwälten zu sein.
MEYER
Herr Labskaus, nicht wahr?
OLE
Nein, ich bin Ole Harung, ich bin der Schatzmeister von Herrn Labskaus.
MEYER
Und wo ist der Herr Labskaus?
Sven will vortreten, Ole steht im Weg, so dass es zu Tolpatschigkeiten kommt.
MEYER
Darf ich vorstellen, wir sind die Anwälte Ihres verstorbenen Onkels. Meier mit ei, Meyer mit e-ypsilon, Maier mit a-i.
Umständliche Begrüßung mit Händeschütteln und Nennen der Namen.
OLE
Wenn es recht ist, meine Herrschaften, kommen wir zum Geschäftlichen. Um wie viel Millionen handelt es sich?
MEYER
Ihr Onkel war etwas sonderbar.
MEIER
Er hatte eine Abneigung gegen Banken.
MAIER
Er preferierte mehr das Bargeld.
Die Anwälte stapeln Geldscheine vor sich hin.
MEYER
Das ist es.
SVEN
Was ist das?
OLE
Banknoten. Geld natürlich.
MEYER
Geld. Sehr viel sogar. Eine beträchtliche Summe.
OLE
Sven-
Ole holt einen Aktenkoffer hervor.
MEYER
Herr Labskaus. Bevor das Geld seinen Besitzer wechselt, müssen noch ein paar Abzüge gemacht werden.
MEIER
Unsere Spesen und Honorare.
MAIER
Wechselkursgebühren.
MEYER
Transportkosten. Geldzählgebühren und weitere unwesentliche Abzüge. Meine Herren-
Die Anwälte holen Aktenkoffer hervor und packen einen Teil des Geldes ein.
MEYER
Hier ist die Quittung, Herr Labskaus.
Er reicht die Quittung an Sven, Ole nimmt sie und steckt sie ein.
OLE
So, meine Herren, darf ich jetzt-
MEYER
Augenblick, wir haben noch eine Kleinigkeit zu regeln.
SVEN
Was denn noch?
MEYER
Die Steuern. Um Zeit zu sparen , haben wir Ihre Steuern bereits bezahlt.
MAIER
Wir erlauben uns diese und unsere Arbeitskosten abzuziehen.
MEIER
Es handelt sich um Einkommenssteuer, Erbschaftssteuer, Erbanfallssteuer, Erbzufallssteuer, Vermögenssteuer, Begräbnissteuer und Autobahnsteuer.
MEYER
Die üblichen kleinen Abzüge. Meine Herren-
Erneutes Einpacken von Geld aus den Stapeln.
SVEN
Onkel hätte mir lieber die Steuern vermachen sollen.
Meyer nimmt die wenigen verbliebenen Scheine und steckt sie in einen Umschlag.
OLE
Ist das alles, was wir kriegen?
MAIER
Aber Sie haben ja außerdem noch eine Insel.
SVEN
Eine Insel?
MEIER
Ja, und eine wunderschöne Yacht.
SVEN
Eine Yacht?
MEYER
Jawohl.
SVEN
Du, das ist eine großartige Sache, Ole.
OLE
Klingt wirklich fantastisch. Aber- sagen Sie, wie viel Steuern das kosten wird.
MEYER
Keine. Die Insel ist absolut steuerfrei. Hier ist Ihr Geld.
MAIER
Die Schiffspapiere.
MEIER
Die Eigentumsurkunde für die Insel.
MEYER
Damit sind Sie alles los- Ich meine, die finanziellen Sorgen. Meine Herren-
Sven und Ole packen schnell alles weg. Die Anwälte stehen aber nur auf und gehen.
ZWEI
Sven. Ole. Gina. Rüdiger.
Eine Hotelgaststätte. Gina deckt einen Tisch. Rüdiger tritt auf, schleicht sich an sie heran und packt sie an der Hüfte. Sie dreht sich um.
GINA
Rüdiger! O mein Liebling!
RÜDIGER
O Gina, mein Schatz, ich habe die Tage, die Stunden, die Minuten gezählt.
GINA
Mein armer Rüdiger.
RÜDIGER
Ich war einsam, furchtbar einsam, aber das ist nun vorbei. Ich habe tolle Neuigkeiten für dich. Ich habe es geschafft, dass du mitkommen kannst, wenn ich auf das Schiff zurückmuss.
GINA
O mein Schatz, ich bin ja so glücklich.
RÜDIGER
Es ist absolut notwendig, dass ich mich bei der Hafenbehörde melde.
GINA
Und du bist schnell wieder da?
RÜDIGER
So schnell wie ich kann.
Rüdiger geht ab. Sven und Ole treten auf und setzen sich an den Tisch. Gina serviert Brot und Suppe und arbeitet dann im Hintergrund. Während Sven auf tollpatschige Weise isst, schaut Ole immer wieder zu Gina und verschüttet dabei Suppe, hängt seinen Ärmel hinein u.ä..
SVEN
Wir gehen jetzt aufs Zimmer und holen das Gepäck. Der Dampfer fährt heute um zwölf-
OLE
Nicht für mich.
SVEN
Was soll das bedeuten?
OLE
Ich werde hier noch ein Weilchen bleiben. Und vielleicht, wenn meine Pläne richtig aufgehen, dann bleib ich für immer.
SVEN
Aber wir müssen heim, wir verlieren sonst unseren Job am Fischmarkt-
OLE
Na und? Es gibt eine Menge Fischmärkte hier in dieser Hafenstadt.
SVEN
Soll ich dir mal was sagen? Ich glaube, du hast ein süßes Geheimnis vor mir.
OLE
Sven, kannst du was für dich behalten?
SVEN
Sicher.
OLE
Ich bin verliebt.
SVEN
Was du nicht sagst. Wer ist es?
OLE
Das bezauberndste Wesen der ganzen Welt.
Er zeigt auf Gina.
SVEN
Du hast wirklich Geschmack. Das ist ein knackiger Happen.
OLE
Ganz recht- Ich verbitte mir den Happen! Sie ist die Frau, die ich heimführen werde.
SVEN
Wann wollt ihr euch vermählen?
OLE
Sobald ich sie gefragt habe.
SVEN
Frag sie doch sofort, dann können wir gleich ausgehen und feiern.
OLE
Das ist genau das, was ich vorhabe. Ich winke sie an unseren Tisch und bitte um ihre Hand.
SVEN
Jetzt kriegen wir endlich was zu lachen. Das wird ein schöner Abend.
Gina kommt an ihren Tisch.
GINA
Was kann ich für Sie tun?
OLE
Mein Freund und ich hätten gern eine Butailje Wein. Und bringen Sie drei Gläser.
GINA
Drei Gläser?
OLE
Ja. Wir würden Sie gerne dazu einladen.
Gina geht in den Hintergrund und holt das Gewünschte.
OLE
Weißt du, ich fühle mich wieder wie in der Tanzstunde.
SVEN
Tatsächlich, wieso denn das?
OLE
Ich bin so nervös. Sven, das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich mir eine Frau nehme.
Gina kommt mit Wein und Gläsern und schenkt ein usw..
SVEN
So, jetzt ist der richtige Augenblick- Worauf wartest du denn noch? – Los doch, sags ihr. – Hast du vielleicht Angst? – Ich sags ihr für dich-
OLE Nein, nicht jetzt-
SVEN
Ich weiß, wie du dich fühlst, ich erledige das für dich. Ich schaff das schon, lass mich nur- Hören Sie, er hat Ihnen was zu erzählen.
GINA
Mir was zu erzählen?
SVEN
Ja. Er findet Sie zum Anknabbern.
GINA
Was?
SVEN
Einfach zum Anknabbern.
GINA
Ah, Sie wollen was zum Knabbern, Nüsse-
SVEN
Nein, das meine ich nicht. Er ist verrückt nach Ihnen. Er wird Sie heiraten. Ists nicht so, Ole? Los jetzt, sags ihr. Sags ihr!
GINA
Sie wollen mich heiraten?
OLE
Ja, das heißt, wenn Sie mich auch mögen-
GINA
Sie machen sich lustig über mich.
SVEN
Nein, er meint es ernst, er ist fest entschlossen. Stimmts, Ole?
OLE
Ja, natürlich. So war ich noch nie entschlossen, in meinem ganzen, ganzen Leben.
GINA
Das ist sehr nett von ihnen, bestimmt. Aber das ist leider unmöglich.
OLE
Wollen Sie mir nicht eine Chance geben, – – Gina? Bitte.
SVEN
Geben Sie sich einen Ruck.
OLE
Habe ich einen Nebenbuhler?
GINA
O ja. Ich bin gebunden. Es tut mir so leid.
Sie geht ab.
SVEN
Lass den Kopf nicht hängen. Du wirst es schon überwinden.
OLE
Zu denken, dass mir das passieren musste. Und das ausgerechnet in einem Moment meines Lebens, da mich verlangt nach dem Reellen, nach dem überaus Bekömmlichen, nach dem feinsinnig zarten-
SVEN
Versuchs doch mal mit einem gut abgehangenen saftigen Steak. Es würde dir bestimmt über vieles hinweghelfen.
OLE
Was verstehst du schon davon?
SVEN
Wenn ich mich so miserabel fühlen würde wie du, dann würde ich hingehen und mich ins Wasser stürzen.
OLE
Sven, du bringst mich auf eine Idee. Ich werde deiner Anregung folgen und mich ertränken.
SVEN
Warte mal, Moment. Ich hab doch nur nen Scherz gemacht.
OLE
Das ist kein Moment für Scherze.
SVEN
Überlegs dir vielleicht noch mal. Du hast doch gar keine Erfahrung im Ertrinken.
OLE
Es bleibt bei meinem Entschluss. Da mich Gina verschmäht hat, hab ich nichts mehr, wofür ich leben sollte.
DREI
Sven. Ole. Rüdiger.
Eine Hafenmole. Sven und Ole treten auf. Sven trägt ein Seil mit einem Stein dran Ole bindet sich ein Seilende um die Hüfte, während Sven weiter den Stein hält. Erst dann stellt er ihn ab.
SVEN
Also, leb wohl, Ole.
OLE
Leb wohl.
SVEN
Alles alles Gute.
OLE
Wo willst du hin?
SVEN
Hör mal, ich möchte meinen Namen da nicht reingezogen haben.
Ole bindet ihm das andere Seilende um den Bauch.
SVEN
Was soll denn das?
OLE
Ich zähle bis drei, dann springen wir beide rein.
SVEN
Ich habe keinen Grund, da reinzuspringen. Ich bin doch nicht verliebt.
Er will sich befreien, Ole schlägt ihm auf die Hand.
OLE
Du bist ein sauberes Früchtchen. Nach allem, was ich für dich getan habe, lässt du mich da allein reinspringen. Ist dir denn klar, mein Lieber, dass wenn ich von hinnen gegangen bin, du ganz alleine weiterleben musst? Die Leute werden dich anstarren und sich fragen, was du für einer bist. Und ich werde nicht mehr da sein, um es ihnen zu sagen. Keiner wird da sein, um dich zu beschützen. Willst du wirklich so schutzlos sein?
SVEN heulend
Daran hab ich nicht gedacht. Tut mir leid, dass ich deine Gefühle verletzte. Es war nicht meine Absicht, dich zu kränken.
OLE
Ist ja gut, Sven. Lass das Vergangene vergangen sein. Du wirst dich wundern, wie leicht dir das fallen wird. – So, und jetzt heb den da rüber. – Bist du bereit?
SVEN
Ja. Leb wohl, Ole.
OLE
Leb wohl, Sven. Eins, zwei-
SVEN
Ole. Mir fällt gerade was ein. Glaubst du, dass das Wasser tief genug ist? Möglicherweise haust du dir den Kopf auf, wenn du da-
OLE
Daran hab ich noch nicht gedacht.
Er hebt einen Stock auf und will ihn ins Wasser halten. Wenn er ein paar Schritte geht, zieht der Stein ihn zurück. Sven muss ihm den Stein immer nachtragen. Schließlich hält Ole den Stock ins Wasser. Da er zu kurz ist, kippt er fast ins Wasser, aber Sven hält ihn fest. Dabei sieht Sven auf die spiegelnde Wasseroberfläche.
SVEN
Wir können da nicht reinspringen. Da ist einer drin, der beobachtet uns. Da.
Ole schaut auch rein. Er haut Sven.
OLE
Jetzt komm und hör auf, meine Zeit zu vergeuden. Es ist soweit.
SVEN
Leb wohl, Ole.
OLE
Leb wohl. Eins, zwei-
Sven geht einen Schritt zurück und zieht Ole nach hinten. Inzwischen tritt Rüdiger auf und beobachtet die beiden.
OLE
Hör auf mit dem Quatsch, sonst spring ich ohne dich.
SVEN
Verlass mich nicht, Ole.
OLE
Bist du bereit?
SVEN
Mm-h.
OLE
Also gut.
SVEN
Leb wohl, Ole-
OLE
Halts Maul. – Eins, zwei-
RÜDIGER
Pardon, meine Herren. Kann ich Ihnen behilflich sein?
SVEN
Wir wollen in das Wasser da springen.
RÜDIGER
Aber was treibt Sie zu einer so törichten Handlung? So groß kann doch Ihr Kummer unmöglich sein.
SVEN
Er hat sich in eine Dame verliebt und sie will ihn nicht. Und nun will er ins Wasser gehen.
RÜDIGER
Keine Frau kann das wert sein.
SVEN
Ganz meine Meinung.
OLE
Sie haben sie nicht gesehen. Wenn Sie sie kennen würden, wie ich sie kenne, würden Sie anders reden.
RÜDIGER
Ich verstehe. Aber vergessen Sie nicht, es schwimmen viele Fische in der See.
SVEN
Er ist nicht in einen Fisch verliebt. Es ist eine Frau.
RÜDIGER
Das ist nur eine Redensart, mein Freund.
SVEN
Ach so.
RÜDIGER
Ich respektiere durchaus Ihre Gefühle, aber vergessen Sie nicht, was die Welt Ihnen alles zu bieten hat.
SVEN
Ja, du hast einen Hund, und mich auch.
RÜDIGER
Das Leben ist zu kurz und zu kostbar, um es wegen einer Dame wegzuwerfen, die Ihrer Zuneigung vielleicht nicht mal wert ist.
SVEN
Er hat recht.
OLE
Sie ist meiner durchaus wert. Aber da ist ein anderer Mann, und wenn ich dem Auge in Auge begegne, was ich mit dem dann mache, das kann sich niemand vorstellen.
RÜDIGER
Nun, guter Rat ist billig, aber wenn Sie auf meinen Rat hören, kommen Sie sicher auf andere Gedanken.
OLE
Und wie lautet Ihr Rat?
RÜDIGER
Heuert auf einem Schiff an, Jungs.
SVEN
Wozu?
RÜDIGER
Um zu vergessen.
SVEN
Hör mal, das ist eine gute Idee, Ole, besser als hier reinspringen. Du könntest vergessen-
OLE
Du hast recht, Sven. Danke Ihnen, mein Herr, für den guten Rat.
RÜDIGER
War mir ein Vergnügen. Ich wünsche alles Gute. Auf Wiedersehen.
SVEN
Auf Wiedersehen.
Rüdiger geht langsam ab, ist aber noch in Rufweite.
SVEN
Das ist toll, findest du nicht? Jetzt brauchen wir-
OLE
Hört mal, wir können gar nicht auf einem Schiff anheuern, wir müssen am Siebzehnten bei uns auf dem Fischmarkt sein. Also, bist du bereit? Eins-
SVEN
Einen Augenblick, Ole. – He, Sie, wenn wir auf einem Schiff anheuern, wie lange braucht er dann zum Vergessen?
RÜDIGER
Überhaupt nicht lang. Das dauert nur ein paar Tage.
SVEN
Na, das ist doch prima. Das machen wir, und weg sind die ganzen Sorgen. – Sag mal, das brauchen wir doch nicht mehr.
OLE
Nein.
Sven wirft den Stein ins Wasser. Beide werden ins Wasser gezogen. Man hört ein entsprechendes Geräusch.
VIER
Sven. Ole. Kapitän. Zwei Matrosen. Wärter.
In der Kapitänskajüte. Ein Schreibtisch, hinter dem der Kapitän sitzt. Sven und Ole betreten die Kajüte.
OLE
Guten Morgen.
SVEN
Hallo.
KAPITÄN
Zunächst Ihr täglicher Dienst. Wecken um fünf, schnellstens ankleiden, Betten beziehen und zur Inspektion fertig machen. Inspektion bis sieben, zehn Minuten fürs Frühstück, Gemüse putzen bis eins, Deck schrubben bis vier.
SVEN
Und das Mittagessen?
KAPITÄN
Wird beim Deck schrubben eingenommen. Dann Inspektion bis sechs, fünfzehn Minuten Pause, dann Küchendienst bis zehn. Inspektion bis elf, dann ab in die Kojen. Das ist alles.
SVEN
Wenn wir so viel zu tun kriegen, fehlt dir die Zeit zum Vergessen. Weißt du, du musst-
OLE
Was bekommen wir für so viel Arbeit?
KAPITÄN
100 Cent am Tag.
SVEN
Gar nicht so übel. Und wie viel bekommen wir für Überstunden?
OLE
Überstunden kommen für uns nicht in Frage. Wenn Sie denken, wir liefern so viel Arbeit für nur 100 Cent am Tag, dann haben Sie einen absoluten Knall.
KAPITÄN
Ist das Ihr Ernst?
OLE
Aber absolut.
SVEN
Ja, und dasselbe gilt auch für mich. Unser letztes Angebot: Wir tuns nicht unter 25 Cent am Tag.
OLE
Nein, nein, nein- !
Sie klopfen immer wieder auf den Tisch. Der Kapitän steht auf und stellt sich drohend vor sie auf. Abrupter Wechsel zum nächsten Bild: Sven und Ole beim Deckschrubben. Slapstick-Nummer, bei der sich Sven tollpatschig anstellt und Ole den Schrubber ins Gesicht kriegt u.ä.
OLE
Hab ich nicht schon genug Kummer, musst du Tollpatsch noch alles schlimmer machen?
SVEN
Das ist doch deine eigene Schuld. Hättest du dich nicht in Gina verliebt, stünden wir nicht herum, dann wären wir auf unserer eigenen Yacht-
OLE
Willst du vielleicht gleich damit aufhören? Hier steh ich und will vergessen, und du erinnerst mich die ganze Zeit an sie. Schon wieder ein ganzer Tag sinnlos vertan.
SVEN
Womöglich machst du dir das Vergessen zu leicht. Wenn du nicht vergessen kannst, dann tu doch so als ob du vergisst.
OLE
Wie kann man denn so tun als ob man vergisst?
SVEN
Ich würde mich an deiner Stelle hinsetzen und entspannen. Die Augen schön schließen, sich konzentrieren und dann an gar nichts denken. Das würde ich machen.
OLE
Ja, da ist vielleicht was dran, Sven.
SVEN
Natürlich ist da was dran, versuchs doch mal, Ole.
Ole begibt sich in die entsprechende Position.
SVEN
Und jetzt an nichts denken.
OLE
An gar nichts-
SVEN
Ich weiß, es ist schwer, eine so wundervolle Frau zu vergessen. Tolle Haare, und liebliche Augen, blendende Zähne. Purpurlippen. Toll. Ich sehe sie vor mir.
OLE
Ja, auch ich sehe sie- Du, wirst du wohl aufhören? Wie kann ich mich konzentrieren, wenn du mir unaufhörlich von ihr vorschwärmst? Lass mich endlich in Ruhe!
Ole relaxt weiter. Der Kapitän kommt und stellt sich vor ihn.
SVEN
He, Ole-
OLE
Wenn du nicht gleich deinen dummen Mund hältst, dann mach ich Hackfleisch aus dir.
Der Kapitän schlägt ihn.
OLE
He, bist du verrückt?
Ole schlägt Sven.
SVEN
Was fällt dir eigentlich ein?
Sven schlägt zurück, trifft aber den Kapitän. Jetzt bemerkt ihn auch Ole. Sie arbeiten schnell weiter.
KAPITÄN
Wenn ihr mit dem Deck schrubben fertig seid, erwartet euch der Koch zum Gemüse putzen und Kartoffeln schälen. Kapiert?
Er geht ab.
SVEN
Na hör dir das an. Die wollen, dass wir den ganzen-
OLE
Sven. Ich fühle etwas über mich kommen.
SVEN
Tatsächlich!?
OLE
Ein Wunder ist geschehen. Ich habe sie vollkommen vergessen.
SVEN
Du meinst, du hast Gina vergessen?
OLE
Wer ist Gina?
SVEN
Das ist toll. Dann schrubben wir noch das Deck fertig und fahren heim.
OLE
Kommt nicht in frage. Wir gehen jetzt sofort.
SVEN
So gefällst du mir. Fabelhaft.
OLE
Jetzt gehen wir zum Käptn, und sagen ihm, wir machen Schluss, und bei der Gelegenheit geig ich ihm die Meinung.
SVEN
Ja, da mach ich mit. 100 Cent am Tag-
Der Kapitän und zwei Matrosen stehen schon eine Weile vor ihnen.
KAPITÄN
Ihr steht als Meuterer unter Arrest. Schmeißt sie in die Zelle. Sagt dem Wärter, er soll sie nicht aus den Augen lassen.
Sven und Ole werden von den Matrosen zur Zelle geführt.
MATROSE
Zwei Meuterer.
WÄRTER Meuterer. Aha! Kommt mit. Ich zeig euch eure Suite.
Die Matrosen gehen ab. Der Wärter führt Sven und Ole in die Zelle, und schubst erst Sven, dann Ole hinein. Während er Ole reinstößt, geht Sven wieder raus. Der Wärter schließt ab und geht zu seinem Tisch. Sven folgt ihm.
WÄRTER
Was für ein Gesindel krieg ich da immer geschickt.
SVEN
Was haben wir denn getan?
WÄRTER
Was ihr getan habt? – Aber das ist doch- !
Er schiebt Sven zurück in die Zelle.
SVEN
He, hallo. Sie haben den Schlüssel vergessen. Da-
Der Wärter zieht den Schlüssel ab.
OLE
Warum kannst du bloß nicht das Maul halten!
Sie sitzen in der Zelle. Langeweile, sie vertreiben sich die Zeit mit Rhythmen klopfen. Entweder spielen sie eine Art „Kofferpacken“, oder sie klopfen eine Melodie. Beim klopfen entdeckt Ole schließlich die Falltür und öffnet sie.
OLE
He, steh auf.
SVEN
Was ist denn?
OLE
Steig da runter.
SVEN
Wozu?
OLE
Frag nicht so blöd, mach schon. – Los doch, runter.
SVEN
Ich verstehe überhaupt nichts. Was soll das alles?
Sie steigen hinunter und schließen die Falltür. Man hört sie unten weitersprechen, wobei die Stimmen immer leiser werden.
SVEN
Sag mal, wo geht’s denn hier hin?
OLE
Aus dem Schiff raus. Hoffe ich. Wir brechen jetzt aus, verstanden?
SVEN
Ist das denn auch gestattet? – Au!
OLE
Geh weiter.
SVEN
Man wird doch mal fragen dürfen.
OLE
Beeil dich lieber-
Der Wärter schließt die Zelle auf und merkt plötzlich, dass er allein ist. Er reibt sich die Augen usw.
FÜNF
Sven. Ole. Gina. Rüdiger.
Ginas Kabine auf demselben Schiff. Ein Frisiertisch mit Spiegel und ein Kleiderständer mit Kleidern. Gina sitzt vor dem Spiegel und frisiert sich. Rüdiger steht hinter ihr.
RÜDIGER
Nun hör doch mal auf mit diesem ewigen Bürsten. – Und denk nur nicht, ich lass dich wieder ins Hotel und bleib hier allein zurück, ja?
GINA
Ja, Schatz.
Er fängt an, ihr Haar zu bürsten, dann damit herumzuspielen. Sie schiebt ihn daraufhin zur Tür hinaus.
GINA
Jetzt aber raus mit dir, dass du nicht wieder auftauchst, bevor ich fertig bin.
RÜDIGER
Lass mich doch bleiben-
GINA
Nein, du gehst jetzt raus. Ganz schnell.
Hinter Gina geht die Falltür auf. Sven und Ole kommen raus. Gina geht hinter eine spanische Wand. Rüdiger klopft an die Tür.
RÜDIGER
Gina, darf ich reinkommen?
Sven und Ole verstecken sich hinter dem Kleiderständer. Rüdiger kommt rein.
RÜDIGER
Gina?
GINA
Liebling?
RÜDIGER
Alles in Ordnung?
GINA
Komme gleich.
Rüdiger geht wieder raus. Gina kommt wieder hervor, tritt zum Frisiertisch und sprüht sich mit Parfum oder Deo ein. Sven muss niesen, der Kleiderständer fällt um. Gina fällt vor Schreck in Ohnmacht. Sven und Ole haben sich in den Kleidern verheddert; die Befreiungsaktion führt zu einer komischen artistisch anmutenden Nummer. Sie entdecken die bewusstlose Gina und versuchen sie durch ohrfeigen, Hand tätscheln usw. wiederzubeleben.
OLE
Los, hol ein Glas Wasser.
SVEN
Wasser, ja-
Während Ole Mund-zu-Mund-Beatmung versucht, geht Sven zur Tür raus. Rüdiger tritt auf und starrt auf Ole und Gina. Sven kommt wieder und schiebt Rüdiger zur Seite.
SVEN
Sie stehen im Weg.
Sven stolpert über Gina und schüttet das Wasser auf Ole. Gina kommt wieder zu sich.
RÜDIGER
Was hat das hier zu bedeuten?
SVEN
Was sagen wir jetzt?
OLE
Du denkst dir deine Geschichte aus, ich hab meine schon.
Sie rennen panisch umher, dann springen sie aus einem Fenster. Man hört, wie sie ins Wasser gefallen sind.
SECHS
Sven. Ole. Hafenmeisterin. Anton. Zwei Hafenarbeiter. Giovanni.
Im Hafen. Sven und Ole haben ihre Hosen ausgezogen und wringen sie aus. Dabei entdecken sie die Schiffspapiere. Sie ziehen die Hosen wieder an und treffen auf die Hafenmeisterin. Sie zeigen ihr die Papiere, sie deutet auf das Publikum.
HAFENMEISTERIN
Ihre Schiffspapiere.
OLE
Danke.
SVEN
Dazu brauchen wir aber eine Mannschaft.
OLE
Wozu eine Mannschaft? Das mach ich alles alleine.
SVEN
Gehen wir an Bord.
HAFENMEISTERIN
Verzeihen Sie, meine Herren, die Hafengebühr.
OLE
Oh- wie viel?
HAFENMEISTERIN
Hundertzwanzig.
OLE gibt ihr Geld
Olala-
HAFENMEISTERIN
Vielen Dank. Und gute Fahrt.
SVEN
Ein Glück, dass sie nicht auch noch Steuern für die Liegegebühren verlangt hat.
HAFENMEISTERIN
Vielen Dank, dass Sie mich darauf aufmerksam machen, ich hatte es nämlich vergessen. Danke.
Sie nimmt Ole den letzten Schein weg und geht.
OLE
Warum musstest du auch deine große Klappe aufreißen?
SVEN
Ich wusste nicht, dass sie das Geld nehmen würde.
OLE
Komm jetzt, wir sehen uns die Yacht- den Kahn an.
Sie gehen in den Zuschauerraum, der das Boot darstellt. Untersuchen des Bootes, Staub abklopfen, Schäden finden usw.
Parallel dazu: Ein Arbeiter löscht gerade eine Ladung, bringt Kisten an Land. Anton versucht, als Kiste auf zwei Beinen von Bord zu kommen. Der Arbeiter wundert sich über die laufende Kiste. Die Hafenmeisterin kommt und stellt sich Anton in den Weg.
HAFENMEISTERIN
Ich wette, das ist wieder Anton. – Er ist ein Staatenloser.
ARBEITER
Ein was?
HAFENMEISTERIN
Ein Mann ohne Staatsangehörigkeit. Er ist ein netter Kerl, aber kein Land nimmt ihn auf. Er lässt nichts unversucht. komm raus, Anton. Du weißt doch, dass es verboten ist, ohne Pass an Land zu gehen.
Anton nimmt die Kiste ab und stellt sie weg.
ANTON
Das ist ja eben der Haken. Wie soll ich mir einen Pass besorgen, wenn ich heimatlos bin? Und wie soll ich zu einer Heimat kommen, wenn ich keinen Pass besitze.
HAFENMEISTERIN
Schön, aber wir haben hier unsere Vorschriften. Du hast kein Recht, hier an Land zu gehen, und das weißt du auch.
ANTON
Feine Vorschriften.
HAFENMEISTERIN
Bringt ihn wieder an Bord.
Der Arbeiter führt Anton wieder auf das Schiff. Dabei folgt ihnen Giovanni, der sich Antons Kiste aufgesetzt hat. Die Hafenmeisterin sieht ihn, tippt ihn an und schickt ihn zurück an Land.
HAFENMEISTERIN
Wie lange willst du uns noch auf die Nerven fallen? Na los, verschwinde hier.
GIOVANNI
Aber das möchte ich doch gern.
HAFENMEISTERIN
Hör mal, du bist doch ein guter Zimmermann. Such dir doch in deiner Heimat Arbeit.
GIOVANNI
Ich bin doch Emigrant.
HAFENMEISTERIN
Dann emigrier doch nach Italien.
GIOVANNI
Das soll wohl ein Witz sein? Ich kann doch nicht in meine eigene Heimat auswandern.
HAFENMEISTERIN
Das mag sein, aber merk dir, du wirst diesen Hafen nicht als blinder Passagier verlassen.
ARBEITER
Verrückte Welt. Den einen Mann lassen sie nicht vom Schiff runter, den anderen Mann lassen sie nicht rauf. Und die zwei könnten so gut miteinander tauschen.
Die Hafenmeisterin ist inzwischen zum Boot von Sven und Ole gegangen. Giovanni ist ihr gefolgt und schleicht sich während des Gesprächs an Bord und setzt sich ins Publikum.
HAFENMEISTERIN
Hallo Jungs. Macht ihr ne Ferienreise?
SVEN
Wir fahren in die Südsee.
HAFENMEISTERIN
Hin und zurück, das ist ne lange Fahrt.
SVEN
Wir kommen nicht zurück, wir besitzen nämlich dort eine schöne Insel. Nicht wahr, Ole?
OLE
Jaa.
SVEN
Wie krieg ich eigentlich den Motor in Gang?
HAFENMEISTERIN
Mit einem Mechaniker.
OLE
Wir können uns keinen leisten, wir sind völlig pleite.
SVEN
Das Finanzamt braucht unser Geld wohl nötiger.
HAFENMEISTERIN
Keine Sorge, ich schick euch einen Mechaniker, der euch keinen Cent kostet.
Sie geht zu Anton.
HAFENMEISTERIN
Ich weiß einen Weg. Siehst du den Kahn? Da sind zwei Verrückte. Denen gehört eine Insel in der Südsee. Du kannst mitfahren.
ANTON
Ja, aber-
HAFENMEISTERIN
Da brauchst du keinen Pass, um an Land zu gehen.
ANTON
Auf Wiedersehen. Und vielen Dank.
HAFENMEISTERIN
Alles Gute, Anton-
Sie küsst ihn plötzlich auf den Mund. Er geht verwirrt Richtung Publikum, sie schaut ihm ebenso verwirrt hinterher und winkt.
SIEBEN
Sven. Ole. Anton. Giovanni.
Auf dem Kahn. Sven am Steuerrad. Anton stellt einen Tisch auf und deckt ihn. Ole tritt zu Sven, eine Seekarte in der Hand.
OLE
Guten Morgen, Sven.
SVEN
Guten Morgen, Ole.
OLE
Wo sind wir?
SVEN
Wir sind hier. zeigt auf den Boden Genau hier.
OLE
Hier sind wir falsch. Wir müssen den Kurs ändern.
Anton läutet mit einer Glocke zum Essen.
OLE
Du musst den Kurs halten, du kannst nicht essen.
SVEN
Aber ich habe Hunger.
OLE
Ich habe mehr Hunger, du Egoist.
Ole geht zum Tisch. Sven gibt das Steuerrad einem Zuschauer und folgt Ole. Sie setzen sich an den Tisch, Anton serviert. Sven will sich eine Serviette umbinden, sie fällt runter. Giovanni hat sich versteckt (Leiter mit Tuch?) und klaut Sven das Brötchen vom Teller. Sven will Butter aufs Brot schmieren, sucht das Brötchen unter dem Teller und überall. Ole streicht grad Butter auf sein Brötchen. Er nickt Anton wohlwollend zu, da klaut Giovanni das Brötchen. Ole wundert sich und schaut zu Sven.
OLE
Ein Mann, der seinem Freund das Essen stiehlt, ist der gemeinste Mensch der Welt.
SVEN
Das find ich auch.
OLE
Ich kann nur hoffen, Sven, dass dir das Brötchen auch geschmeckt hat.
SVEN
Wie kann es mir schmecken, wenn du es gestohlen hast?
OLE
Ich habs dir gestohlen? Du hast es mir gestohlen!
SVEN
Gar nicht!
ANTON
Was glaubt ihr, wie glücklich ich bin, zwei Freunde wie euch gefunden zu haben. Wir müssen darauf anstoßen. – Auf die Gesundheit!
OLE
Auf die Freundschaft!
SVEN
Freundschaft!
Sven hebt das Glas, Giovanni klaut es. Sven trinkt imaginär und macht trotzdem Geräusche des Wohlseins. Dann erst merkt er, dass er gar nichts geschmeckt hat. Er hebt die Hand wieder und hat das leere Glas in der Hand.
ANTON Trinken wir noch einen, ja? – Auf die Freundschaft!
SVEN & OLE Auf die Freundschaft!
Diesmal klaut Giovanni Svens und Oles Glas. Sven kriegt beide Gläser leer zurück. Ole denkt, Sven hätte ihm seins geklaut.
OLE
Freundschaft, ha!
Anton serviert Koteletts. Sven schützt seins mit dem Ellbogen. Giovanni tippt ihm auf die Schulter, Sven schaut hinter sich, Giovanni klaut das Kotelett. Sven wirft wütend das Besteck auf den Teller. Er steht auf und baut sich vor Ole auf.
OLE
Was soll das bedeuten?
SVEN
Du weißt, was das bedeutet. Ich will mein Kotelett zurück haben. Ich hab jetzt wirklich genug.
OLE
Hast du nicht mehr alle Tassen im Schrank? Du willst mein Kotelett, nachdem du deins gegessen hast?
Giovanni hat inzwischen die Knochen auf Svens Teller zurückgelegt. Sven schaut blöde drein.
SVEN
Ich bitte um Verzeihung-
OLE
Schäme dich. – Augenblick, wo ist meine Kartoffel?
Sie entdecken Giovanni, der die Kartoffel im Mund hat.
OLE
Erlauben Sie, was machen Sie auf unserem Boot?
SVEN
Sie haben hier nichts zu suchen.
GIOVANNI
Ich verbitte mir das, ich bin ein blinder Passagier.
SVEN
Wusstest du, dass ein blinder Passagier mitfährt?
GIOVANNI
Wissen Sie denn nicht, meine Herren, dass ich als blinder Passagier das Recht habe, auf jedem Schiff zu fahren? Aber ich habe mir nun mal dieses ausgesucht, und nun müssen Sie kommen und alles verderben.
ANTON
Was ist denn los, was ist passiert?
OLE
Wir haben einen blinden Passagier. – Das ist Anton, unser Koch.
GIOVANNI
Giovanni Bietolone.
ANTON
Freut mich.
OLE
Und das ist Sven.
SVEN
Angenehm.
Er will ihm die Hand geben, aber durch eine Erschütterung verfehlt er Giovannis Hand und fällt hin.
SVEN
Sehr angenehm.
Die vier Männer schauen raus und stellen fest, dass das Boot eine Insel gerammt hat.
ALLE
Land! Unsere Insel!
ACHT
Sven. Ole. Anton. Giovanni. Gina. Rüdiger.
Die vier Männer, Anton zuerst, betreten die Bühne, die die Insel darstellt. Während Anton, Giovanni und Ole Holzhütten bauen, hat Sven einen Fisch gefangen und in eine Wanne gesetzt. Er versucht dem Fisch eine Melodie von Mozart beizubringen.
Parallel dazu: Das Schiff vom Kapitän auf See. Gina und Rüdiger stehen an Deck und streiten sich. Der Streit wird mit den Geräuschen von Hammer, Säge usw. ironisch begleitet. Er endet damit, dass Gina sich die Kleider vom Leib reißt und im Badeanzug über Bord springt. Sie schwimmt zur Insel während Rüdiger verzweifelt gestikuliert.
Ein langsameres Musik-Stück (Mozart?) wird eingespielt. Gina betritt dazu wie eine Meeresgöttin in Slow Motion die Insel. Als die Männer sie erblicken, hören sie mit ihren Tätigkeiten auf, gehen auf sie zu und versuchen, sie mit männlichen Posen zu beeindrucken. Wenn sie bei Gina angekommen sind, stellt Ole peinlich berührt fest, dass es Gina ist. Die Musik wird vorgespult; dazu passend Bewegung im Zeitraffer: Die Männer führen Gina zu dem einen Haus und gehen dann zu dem anderen, wo ein einzelnes Bett steht. Mondlicht. Sven legt sich in das Bett, die anderen stehen abwartend drum herum. Musik aus.
OLE
Sven, hast du vergessen, dass wir Gäste haben? – Freunde, machts euch bequem.
ANTON legt sich ins Bett
Danke.
GIO legt sich ins Bett
Danke.
Ole räuspert sich, Giovanni und Anton rutschen, dabei fällt Sven aus dem Bett. Sven geht zu Ole rüber und will sich wieder ins Bett legen. Ole steht auf und hält ihn zurück.
OLE
Sven, das ist meine Seite.
SVEN
Aber auf meiner Seite ist kein Platz mehr.
OLE
Dann bleibt nur eines. Wir müssen uns abwechseln. Während der erste wacht, schläft der zweite. Und wenn der zweite ausgeschlafen hat, wird der erste schlafen.
SVEN
Das ist ein sportlicher Vorschlag. Ich danke dir, Ole. legt sich ins Bett Das ist eine gute Idee. Ich schlafe, und wenn du aufwachst, dann leg ich mich wieder hin.
OLE
Sven, hast du nicht etwas vergessen?
SVEN
Äh-
OLE
Hast du nicht etwas vergessen?
SVEN
Oh, äh- Gute Nacht, Ole.
OLE
Du hast vergessen, das Licht auszumachen.
Ole zieht Sven aus dem Bett, Sven macht Anstalten, das Licht auszumachen. Als er bemerkt, dass nur das Mondlicht scheint, hat sich Ole ins Bett gelegt.
SVEN
Wie mach ich nur den Mond aus? – Ole– Ole– Ole! Hast du ausgeschlafen?
OLE
Nein!
Sven ist ratlos. Er beginnt, die die kleine Nachtmusik zu summen. erst leise, dann immer lauter, bis es sich wie das Summen von Fliegen anhört. Die drei Schläfer beginnen im Halbschlaf um sich zu schlagen, erst im Bett, dann stehen sie auf und schlagen weiter um sich. wenn sie sich begegnen, schlagen sie sich gegenseitig. Irgendwann legen sie sich erschöpft übereinander auf den Boden. Sven legt sich ins Bett und schläft ein.
Am nächsten Morgen. Gina ist schon wach und deckt einen Tisch. Die Männer gehen zu ihr, drei völlig fertig. Nur Sven ist ausgeruht und fit.
GINA
Guten Morgen. Setzt euch hin. – Ich habe eine Überraschung für euch. Ihr werdet staunen.
Sie serviert etwas in einem Topf.
SVEN
Wir sind sehr gespannt.
OLE
Was ist es?
GINA
Fischsuppe.
ANTON
Hast du etwa den Fisch gekocht, den wir in der Wanne dort-
GINA
Ja, er sah so lecker aus.
Die Männer fangen an zu heulen, rufen dabei immer mal „Mein Mozart!“, „Armer Mozart!“, essen aber trotzdem.
NEUN
Sven. Ole. Anton. Giovanni. Gina. Rüdiger. Kapitän.
Rüdiger, der Kapitän und die Hafenmeisterin betreten die Insel. Sie haben allerlei Messapparate bei sich, unter anderem einen Geigerzähler. Sie untersuchen die Insel.
Rüdiger trifft auf Gina. Sie starren sich an.
RÜDIGER
Hör zu. wahrscheinlich ist es eine Dummheit von mir, aber ich gebe dir noch eine Chance. Du kommst in zehn Minuten runter zum Strand.
GINA
Und wozu das?
RÜDIGER
Du willst doch gerettet werden, nicht wahr?
GINA
Aber nicht von dir.
HAFENMEISTERIN
Herr Professor, schnell, wir haben etwas entdeckt.
RÜDIGER
Ja, ich komme sofort. – Also, zum letzten Mal. Kommst du mit?
GINA
Nein.
Rüdiger geht zur Hafenmeisterin. Der Geigerzähler schlägt an. Die vier Inselbewohner treten auf und beobachten die arbeitenden Männer. Ole erkennt Rüdiger und macht sich und Sven auf eine witzige Weise unkenntlich.
OLE
Wir dürfen sie nicht aus den Augen lassen, sie stehlen uns womöglich noch unsere Insel.
RÜDIGER
Uranium. Auf der ganzen Insel. In Unmengen.
KAPITÄN
Uranium? – Wer hat diese Insel zuerst betreten? Wer war das?
OLE
Lasst mich reden, Kameraden. – Warum fragen Sie das?
KAPITÄN
Um zu klären, welcher Nation diese Insel gehört.
ANTON
Uns allen gehört sie.
KAPITÄN
Ja, natürlich, das bestreite ich auch gar nicht. Die Besitzer sind selbstverständlich Sie. Aber eine Nation muss das Hoheitsrecht ausüben. Und nach dem Völkerrecht wird dieses für eine Insel demjenigen Land übertragen, dessen Staatsbürger ihren Boden zuerst betritt.
GIOVANNI
Der Staat hat dann also auch noch ein Recht?
KAPITÄN
Allerdings.
ANTON
Und wenn der Staat hier die Einwanderung untersagt?
KAPITÄN
Dann hat das selbstverständlich Gültigkeit.
SVEN
Weißt du, was sie wollen? Sie wollen uns unser Geranium wegnehmen, nur das ist es.
Ole macht den anderen ein Zeichen, sich etwas abseits zusammenzusetzen. Sie beraten.
OLE
Wir sagen ihnen, wir waren alle die ersten, dann kann uns nichts passieren.
SVEN
Aber wir können doch nicht lügen, Anton war doch als erster hier.
OLE
Schon gut, schon gut.
ANTON
Ich bin es. Ich betrat als erster die Insel hier.
KAPITÄN
Bitte. Ihr Name?
ANTON
Anton.
KAPITÄN
Und wie noch?
ANTON
Anton, Meister der Kochkunst.
KAPITÄN
Staatsangehörigkeit?
ANTON
Ich habe keine.
OLE
Er ist das, was man unter einem Staatenlosen versteht.
SVEN
Ja, er hat sich verloren und findet sich nicht wieder.
KAPITÄN
Sie müssen doch eine Staatsangehörigkeit haben.
ANTON
Ganz meine Meinung. Das hab ich ja auch in jedem Hafen gesagt, wo ich an Land gehen wollte, aber mich wollte ja niemand aufnehmen.
RÜDIGER
Seien Sie unbesorgt. Jetzt wird Sie jeder aufnehmen wollen.
ZEHN
Sven. Ole. Anton. Giovanni. Gina.
Gina und die vier Männer hören Radio. Anton dreht am Radio, zappt durch diverse Sender. Dann als Einspielung: ES IST NUR NOCH EINE FRAGE DER ZEIT BIS EINE REGIERUNG DIE FLAGGE AUF DIESER URANSCHWANGEREN INSEL HISSEN WIRD. Das Radio wird ausgestellt.
ANTON
Die Flagge einer Regierung? Habt ihr das gehört?
GINA
Könnten wir nicht selbst eine Regierung bilden?
OLE
Gina hat recht. Ich setze jetzt eine Regierungsverfassung auf, wie sie noch nie verfasst wurde.
Er nimmt Papier und Stift, dreht die Wanne um, und beginnt zu schreiben. Der Blick aller fällt auf die Wanne. Sven, Anton und Giovanni versuchen die Tränen zurückzuhalten.
OLE
„Wir, die Bevölkerung auf- auf- er bekommt mit, warum alle so traurig schauen auf Mozardinien-
Die anderen verstehen und applaudieren.
OLE
-bilden hiermit feierlich eine Regierung-„- Was für eine Regierung wollt ihr?
GIOVANNI
So wenig Regierung wie möglich.
GINA
Und möglichst wenig Gesetze.
ANTON
Und ohne Pässe.
OLE
„Pässe sind verboten-
GIOVANNI
Gefängnisse auch.
SVEN
Keine Steuern.
OLE
„Keine Steuern.“ – Ich sag euch, das wird die vollkommene Regierung. Und ich setze hinzu: „Keine Gesetze, keine Gefängnisse- Und Geld ebenfalls nicht.“ – So, das nächste dürften nun die Wahlen sein. Ich wähle mich selbst zum Präsidenten und Sven unterstützt meine Wahl.
ANTON
Aber ich habe die Insel entdeckt. Ich stimme für mich. Und du bist dafür.
GIOVANNI
Nein nein nein. Giovanni stimmt für Giovanni.
OLE
Der Wahlgang ist beendet. Gina, zähl die Stimmen.
GINA
Eine Stimme für Giovanni, eine Stimme für Anton. Eins- zwei- drei- drei Stimmen für Ole. Der Präsident ist mit absoluter Mehrheit gewählt worden.
OLE
Als Präsident von Mozardinien will ich nunmehr meinen Ministerrat bilden. Gina, du wirst mein Vizepräsident.
GINA
Besten Dank, Herr Präsident.
OLE
Anton, du bist mein Außenminister.
ANTON
Ich bin sehr geehrt.
OLE
Giovanni, du bist Minister für öffentliche Bauten.
GIOVANNI
Eine bessere Wahl konnten Sie überhaupt nicht treffen.
OLE
Danke. So, das wär alles.
SVEN
Und was bin ich?
OLE
Sven, du bist das Volk.
SVEN
Aber ich will nicht das Volk werden.
OLE
Du weigerst dich, du willst nicht das Volk werden? Damit bist du doch mehr als wir alle.
SVEN
Du meinst, ich sei eine Menge?
OLE
Natürlich.
SVEN
Das hättest du gleich sagen müssen, das konnte ich nicht wissen.
GIOVANNI
Herr Präsident, jetzt müssen wir uns eine Fahne anschaffen.
OLE
Giovanni hat recht, eine Regierung braucht eine Fahne.
Gina, die ein Tuch um die Hüfte gebunden hat, nimmt es ab und hält es hoch. Da sie wieder nur im Badeanzug dasteht, müssen die Männer schlucken.
GINA
Wie wäre das als Fahne?
GIO
Das ist eine wunderbare Fahne.
ANTON
Aber es fehlt das Regierungswappen.
GINA
Wartet. Ich habe eine Idee.
Sie malt einen Fisch und ein Herz auf das Tuch. Die Fahne wird gehisst. Alle stehen mit militärischem Gruß vor der Fahne.
ELF
Sven. Ole. Anton. Giovanni. Gina. Kapitän. Hafenmeisterin. Ganove. Kanzlerin.
Die Hafenmeisterin, der Kapitän und der Ganove mischen sich unter das Publikum, drücken Zuschauern Gepäckstücke in die Hand und stürmen mit ihnen die Insel. Beim Sturm ertönen Begeisterungsrufe wie „Keine Gefängnisse!“ usw.
Die Zuschauer werden um die Strandbar drapiert und bekommen was zu trinken.
Die Kanzlerin tritt auf. Sie steht vor den Inselbewohnern und hält gerade eine Rede.
KANZLERIN
Aufgrund des Selbstbestimmungsrechts der Völker ist Ihre Verfassung einstimmig ratifiziert worden. Sie wurde als vorbildlich anerkannt. Dadurch sind wir in der Lage, die Souveränität des neuen Staates Mo- Mo-
SVEN
Mozartdinien-
KANZLERIN
Mozardinien anzuerkennen.
Ole tritt Sven, dann schüttelt er mit der Kanzlerin Hände. Die auf der Bühne befindlichen Zuschauer werden eingeladen, Handyfotos zu schießen.
Inzwischen geht Sven hinter die Bar. Leise Musik. Die Schauspieler mischen sich unter die Zuschauer und unterhalten sich mit ihnen. Die Hafenmeisterin geht schließlich zu Sven an die Bar und winkt ihm zu. Sie zeigt auf eine Flasche, Sven schenkt ihr ein Glas ein.
HAFENMEISTERIN
Was hab ich zu zahlen?
SVEN
Nichts.
OLE
Hier wird nicht gezahlt, wir sind hier ein freies Land.
HAFENMEISTERIN
Hätte ich das gewusst, hätte ich eine ganze Flasche getrunken.
OLE
Hier hast du eine. Gib ihr noch eine, Sven.
SVEN
Ja, gerne.
HAFENMEISTERIN
Vielen Dank.
Der Ganove nimmt ihr die Flasche weg.
GANOVE
Gib das Zeug her.
Er haut ihr auf den Hintern und schubst sie weg. Dann wendet er sich an Sven und Ole.
GANOVE
Wie könnt ihr meine Ware verschenken? Ich habe sie zum Verkauf rangeschafft. gegen Geld.
OLE
Das verstößt gegen unsere Verfassung, wenn wir Geld verlangen.
SVEN
Dafür gibt es auch keine Steuern.
GANOVE
Ja, wirklich? Steuern interessieren mich nicht. Geld sollt ihr mir bringen, klar?
KAPITÄN
Gib mir eine Flasche Whiskey.
OLE
Tut mir leid, Sie müssen die Flasche bezahlen.
KAPITÄN
Wer sagt das?
SVEN zeigt auf den Ganoven
Er.
Kapitän und Ganove prügeln sich. Der Kapitän gewinnt. Gina geht zu ihm.
GINA
Was wünschen Sie?
KAPITÄN packt sie
Dich.
GINA
Hände weg!
KAPITÄN
Haha, es heißt doch, dass hier alles erlaubt ist.
OLE
Als Präsident der Insel verlange ich, dass Sie das unterlassen.
SVEN
Unterlassen Sie das-
KAPITÄN
Misch du dich hier nicht ein, du Suppenkasper.
OLE
Ich werde Sie von der Insel ausweisen lassen.
SVEN
Ja, Sie werden importiert.
KAPITÄN
Fremdwörter sind Glückssache, Kleiner, damit musst du vorsichtig umgehen. betatscht Gina im Abgehen Bis nachher. Empfehle mich.
OLE
Ich werde ihn ausweisen lassen, das wär ja gelacht!
GIOVANNI
O, das ist nicht möglich.
OLE
Warum?
GIOVANNI
Wir haben kein Gesetz dafür.
ANTON
So was ist nicht sehr einfach, oder wir ändern die Verfassung.
GINA
Darf ich einen Vorschlag machen? Beruft den Ministerrat ein.
OLE
Das ist ein guter Gedanke. Kommt, das werden wir gleich haben. – Ihr amüsiert euch inzwischen, wir sind gleich wieder da.
Die Fünf ziehen sich kurz zurück und stecken die Köpfe zusammen. Dann gehen sie mit Programmzetteln in der Hand zu den auf der Bühne befindlichen Zuschauern und drücken ihnen die Zettel in die Hand. Die Zuschauer setzen sich wieder ins Publikum.
Auf den Programmzetteln muss stehen:
PROKLAMATION
Ich grüße – mein Volk!
Die Regierung bedauert, Gesetz und Ordnung auf Mozardinien einführen zu müssen!
Ole Harung, Präsident
P.S. Steuern werden auch erhoben. Sven, das Volk.
ZWÖLF
Sven. Ole. Anton. Giovanni. Gina. Kapitän. Hafenmeisterin. Zwei Matrosen. Wächter.
Der Kapitän liest den Programmzettel und wütet. Er bringt das Publikum zum Aufstehen und skandiert mit ihnen AUFSTAND! AUFSTAND! usw.
SVEN
Jetzt wird’s draußen wieder ruhig.
OLE
Das ist eben die Auswirkung meiner energischen Proklamation.
Der Kapitän tritt mit dem Wärter zu ihnen.
KAPITÄN
Wer hat das verfasst?
SVEN
Hier, er!
KAPITÄN
Ich erkläre Sie hiermit als verhaftet.
GIOVANNI
Aber er ist hier der Präsident.
SVEN
Merken Sie sich das!
KAPITÄN
Als Wahrer von Gesetz und Ordnung verspreche ich euch einen kurzen aber wirkungsvollen Prozess. ihr reicht eure Verteidigung ein, um anschließend aufgehängt zu werden. Natürlich bei Sonnenaufgang.
SVEN
Danke verbindlichst- Was hat er gesagt?
OLE
Wann hältst du endlich mal deinen vorlauten Mund!
ANTON auf Gina deutend
Wird sie auch aufgehängt?
KAPITÄN
Selbstverständlich nicht. Dafür ist sie viel zu hübsch. Wenn Sie einverstanden sind, meine Gnädigste, werde ich Sie unter meinen Schutz nehmen, unter meinen ganz persönlichen Schutz.
GINA
Da kann ich nur danke sagen.
KAPITÄN
Bewacht diese Leute. – Und sofort einen soliden Galgen aufstellen lassen. – Wollen Sie mich begleiten, meine Teure?
GINA
Aber natürlich.
Vier Galgen werden vom Wärter vorbereitet. Die Matrosen patrouillieren vor dem Haus mit den Gefangenen. Gina überwältigt die Matrosen, indem sie mit ihnen kokettiert, zu sich heranlockt und dann niederschlägt. Sie befreit die Gefangenen, schickt sie weg und tut so, als wäre sie überwältigt worden. Der Kapitän kommt und befreit sie, will wissen, wo die Gefangenen hingelaufen sind. Sie schickt ihn in die falsche Richtung. Verfolgungsjagd, bei der die Vier aus versehen den Gangstern in den Weg laufen. Sie werden zum Galgen geführt. Die Matrosen bringen Gina und machen dem Kapitän klar, dass sie mit den Vier unter einer Decke steckt. Der Kapitän packt sie und will ihr Gewalt antun.
Die Hafenmeisterin und Rüdiger tauchen auf. Rüdiger entreißt Gina dem Kapitän und prügelt sich mit ihm. Die zwei Matrosen stürzen sich auf die Hafenmeisterin, die aber ihre Widersacher mit Kampfsport k.o. schlägt. Inzwischen versucht der Wächter, den Galgen zu bedienen, wird aber rechtzeitig von Gina niedergeschlagen. Gina und die Hafenmeisterin befreien die Vier. Rüdiger liegt am Boden, der Kapitän will gerade zuschlagen, da schlägt ihn Ole nieder. Rüdiger erkennt Ole und will sich auf ihn stürzen. Sven geht dazwischen und kriegt den Schlag ab. Gina beruhigt Rüdiger und stiftet Frieden zwischen ihm und Ole. Die vier Übeltäter werden an den Galgen gebunden.
Gina küsst Rüdiger. Die Hafenmeisterin küsst daraufhin Anton. Als Giovanni sie traurig anschaut, küsst sie auch ihn. Sven küsst voller Euphorie Ole, der sich aufregt und Sven schimpft. Alle lachen.
Ende.