DIE SCHNEEKÖNIGIN


EINS Teufel. Clown.

der Teufel versucht auf sich aufmerksam zu machen

der Clown bekommt es erst nicht mit und versucht herauszufinden woher das Geräusch bzw die Stimme kommt

schließlich entdeckt er den Teufel und erschrickt

TEUFEL

du ich habe einen Spiegel gemacht welcher die Eigenschaft besitzt dass alles Gute und Schöne das sich darin spiegelt fast zu einem Nichts zusammenschrumpft

aber das was nichts taugt und schlecht ist noch stärker hervortritt und noch übler wird

das ist außerordentlich lustig sag ich dir

nun kann man endlich sehen wie die Welt und die Menschen wirklich sind

der Clown nimmt den Spiegel und lässt Zuschauer hineinblicken

er als das Spiegelbild stellt mimisch gestisch oder verbal die wahre Natur der Leute dar

schließlich stellt er den Spiegel zurück stolpert dabei und lässt ihn fallen

TEUFEL

hoppla nun ist der Spiegel in hundert Millionen Billionen und noch mehr Splitter zersprungen

einige sind nicht einmal so groß wie ein Sandkorn

diese werden nun in der weiten Welt umherfliegen

und wo jemand sie ins Auge bekommt da bleiben sie sitzen

und da sehen die Menschen alles verkehrt oder nur das was an einer Sache schlecht ist

einige Menschen bekommen sogar eine Spiegelscherbe ins Herz

dann aber wird es ganz grauslich

das Herz wird zu einem Klumpen Eis

der Teufel verschwindet lachend,

der Clown drückt Panik über sein Missgeschick aus

ZWEI Clown. Kai. Gerda. Schneekönigin. Großmutter.

Kai und Gerda treten fangen spielend auf und rennen den Clown fast um

CLOWN

das sind die Geschwister Kai und Gerda

sie spielen in ihrem kleinen Garten Fangen

möchte jemand von euch mitspielen?

hinterher setzen sie sich meist in die Laube um die sich wundervoll duftende Rosen ranken

der Clown animiert die fangen spielenden und weitere Kinder dazu, eine Laube darzustellen holt eine Rose hervor riecht an ihr und steckt sie an die „Laube“ dran

Kai und Gerda setzen sich mit einem Bilderbuch unter die Laube und blättern in dem Buch

CLOWN

im Winter hat dieses Vergnügen ein Ende

der Clown nimmt die Rose wieder weg und entlässt die „Laube“ zurück ins Publikum

Kai und Gerda ziehen warme Mäntel Schals und Mützen an und spielen Schneeballschlacht

der Clown will mit einem großen weißen Tuch verschneite Landschaft darstellen verheddert sich aber im Tuch und kämpft damit

schließlich bleibt er als „Schneehaufen“ liegen

Kai und Gerda hören auf zu spielen und bewundern die nun fallenden Schneeflocken

der Schneehaufen könnte „größer“ werden

die Großmutter taucht auf

GROSSMUTTER

das sind die weißen Bienen die schwärmen

KAI

haben sie auch eine Bienenkönigin?

GROSSMUTTER

die haben sie

sie fliegt dort wo sie am dichtesten schwärmen

es ist die größte von allen und nie bleibt sie ruhig auf der Erde

sie fliegt wieder in die schwarze Wolke hinauf

manche Winternacht fliegt sie durch die Straßen der Stadt und blickt zu den Fenstern hinein

und dann frieren diese so sonderbar zu und sehen ganz wie Blumen aus

KAI & GERDA

ja das haben wir gesehen

GERDA

kann die Schneekönigin zu uns hereinkommen?

KAI

lass sie nur kommen

dann setze ich sie auf den warmen Ofen und dann schmilzt sie

GROSSMUTTER

apropos warmer Ofen

wollt ihr nicht hereinkommen und euch aufwärmen

und ich erzähl euch ein schönes Märchen?

die Großmutter fragt das Publikum welches Märchen sie erzählen soll

nach ein paar Vorschlägen entscheidet sie sich für eines und beginnt zu erzählen

Kai und Gerda sind aber inzwischen abgegangen

GROSSMUTTER

es war einmal

o wo sind sie hin?

sie werden schon ins Haus gegangen sein

aber ich wollte das Märchen ja sowieso nicht hier draußen in der Kälte erzählen sondern am warmen Ofen

sie geht ab.

der Clown kommt hervor und verwandelt das Tuch in ein Bett in dem Kai und Gerda schlafen

dann nimmt er einen Fensterrahmen und hält ihn hoch

Kai wacht auf geht zum Fenster steigt auf einen Stuhl reibt an der „Scheibe“ und schaut durch das Loch

auf der anderen Seite des Fensters ist die Schneekönigin zu sehen

sie nickt Kai zu und winkt mit der Hand

Kai erschrickt und springt vom Stuhl herunter

die Schneekönigin entfernt sich

während der Clown spricht verwandelt sich die Szenerie

Kai und Gerda unter der Laube die diesmal nur aus der Hand des Clowns mit Rose besteht

sie blättern im Bilderbuch

CLOWN

und dann kam der Frühling

die Sonne schien das Grün guckte hervor

die Schwalben bauten Nester die Fenster wurden geöffnet

und die Kinder saßen wieder im kleinen Garten in der Rosenrankenlaube

KAI

au mich hat was ins Herz gestochen und ich hab was ins Auge bekommen

der Clown macht ein erschrecktes und wissendes Gesicht

Gerda bemüht sich um Kai aber der stößt sie unwirsch von sich

Gerda fängt an zu weinen

KAI

warum weinst Du?

so siehst Du hässlich aus

pfui die Rose dort hat ein Wurm angenagt

und sieh diese da ist ganz schief

im Grunde sind es doch grässliche Rosen

Kai tritt gegen den Clown der vor Schmerz das Gesicht verzieht

und reißt ihm die Rose aus der Hand und wirft sie auf den Boden

GERDA

Kai,was tust Du?

sie versucht ihn wieder in die Laube zu ziehen

er nimmt das Buch und wirft es hin

KAI

das ist für Kleinkinder

Kai entfernt sich und beginnt einzelne Zuschauer auf ihre Fehler aufmerksam zu machen

CLOWN

und dann kam wieder der Winter

der Clown nimmt wieder das weiße Tuch und verheddert sich erneut

Gerda und Kai ziehen wieder die Winterkleidung an

KAI

ich geh Schlitten fahren

GERDA

darf ich mit?

KAI

nein ich will nicht mehr mit kleinen Mädchen spielen

Gerda geht traurig ab

der Clown will pädagogisch auf Kai einwirken wird von diesem aber auf das weiße Tuch geworfen und zum Schlitten gemacht

Kai setzt sich auf ihn drauf und fährt Schlitten

er macht Motorgeräusche und animiert das Publikum die Geräusche mitzumachen

die Schneekönigin taucht auf.

sie winkt dem Clown zu der zurückwinkt und dabei Kai abwirft

der Clown schläft ein und verschwindet unter dem weißen Tuch

die Schneekönigin hebt Kai auf

SCHNEEKÖNIGIN

aber wer wird denn frieren

krieche in meinen Pelz

frierst du noch?

die Schneekönigin küsst ihn

Kai fasst sich ans Herz und zittert dann küsst sie ihn wieder und wieder und lacht dabei

KAI

du bist so schön

SCHNEEKÖNIGIN

nun bekommst Du keine Küsse mehr denn sonst würde ich Dich totküssen

sie geht mit ihm singend ab

SCHNEEKÖNIGIN

wir fliegen hinauf in die schwarze Wolke

und der Sturm der saust und braust mein Kind

über Wälder und Seen und Meere und Länder

unter uns fegt der kalte Wind dahin

die Wölfe heulen

der Schnee knistert

über uns fliegen die Krähen

die schwarzen krächzenden Krähen

und im Himmelsraum können so groß und so hell

den Mond wir scheinen sehen

in der Winternacht scheinen sehen

DREI Clown. Gerda. Fluss. Hexe.

Telefonklingeln

der Clown befreit sich aus dem Tuch und hält sich einen Schuh als Handy ans Ohr

Gerda tritt auf ebenfalls mit einem Schuh als „Handy“ am Ohr

improvisiertes Gespräch

Gerda fragt ob er wüsste wo Kai geblieben ist

der Clown kann sich nicht erinnern fragt das Publikum und gibt alles durch das Telefon weiter was gesagt wird

Gerda reagiert darauf

als Gag könnten beide telefonierend aneinander vorbei gehen

CLOWN

und dann kam wieder der Frühling

der Fluss läuft an ihm vorbei und positioniert sich auf der Bühne

CLOWN

nein das war nicht der Frühling sondern ein Fluss

GERDA

ich werde Kai suchen gehen

ich will meine neuen Schuhe anziehen und dann will ich zum Fluss hinunter gehen und den fragen ob er mich auf die andere Seite bringen kann

sie zieht ihre Schuhe an und geht zum Fluss

GERDA

lieber Fluss bring mich bitte auf die andere Seite

ich will Dir auch meine neuen Schuhe schenken

FLUSS

ein Paar Schuhe reichen nicht aus

aber wenn du einen ganzen Haufen Schuhe zusammenträgst kannst du einen Damm über mich bauen und dann hinüberschreiten

der Clown animiert das Publikum Schuhe zur Verfügung zu stellen

Gerda häuft sie auf und geht dann über sie hinweg

der Clown sammelt die Schuhe wieder ein und gibt sie zurück während der Fluss Gerdas Schuhe anzieht

GERDA

o weh ohne Schuhe werde ich nicht sehr weit laufen können

FLUSS

kannst du schon schwimmen?

GERDA

kann ich

FLUSS

dann werde ich dich ein Stück weitertragen sofern du in die Richtung willst in die ich fließe

GERDA

danke lieber Fluss

der Clown hilft Gerda auf den Rücken des Flusses zu steigen

der Fluss läuft mit ihr auf der Stelle während sie Schwimmbewegungen macht

GERDA

vielleicht trägt mich der Fluss zu Kai hin

Gerda wird immer müder und hört auf zu schwimmen

sie sinkt indem sie vom Rücken des Flusses zu fallen droht

sie ruft um Hilfe

die Hexe tritt auf

sie trägt einen Hut mit einer Rose darauf

sie zaubert den Fluss weg

der Fluss geht in die Knie

Gerda steigt ab und wird von der Hexe weggeführtwährend der Fluss abgeht

HEXE

du armes Kind

setz dich und erzähle mir wer Du bist und wie Du hierher kommst

Gerda setzt sich und will erzählen ist aber dafür zu geschafft

der Clown animiert das Publikum für Gerda zu antworten

GERDA

haben Sie vielleicht meinen Bruder Kai gesehen?

HEXE

ich habe ihn nicht vorbeigekommen sehen

aber er kommt sicher irgendwann noch

sei nur nicht traurig sondern koste meine Kirschen und betrachte meine Blumen

die sind schöner als jedes Bilderbuch

sie gibt Gerda eine imaginäre Schüssel Kirschen die Gerda isst während die Hexe ihr Haar mit einem Kamm kämmt

HEXE

nach einem so lieben kleinen Mädchen habe ich mich schon lange gesehnt

nun wirst Du sehen wie gut wir mit einander leben werden

die Hexe hört mit kämmen auf

Gerda erstarrt

HEXE

durch den Zauberkamm vergisst Gerda mehr und mehr ihren Bruder Kai

ja ich kann nämlich zaubern

aber eine böse Hexe bin ich nicht

ich zauberte nur ein wenig zu meinem Vergnügen und will gern die kleine Gerda behalten

deshalb gehe ich jetzt in meinen Garten und lasse alle Rosensträucher verschwinden wie herrlich sie auch blühen

ich fürchte wenn Gerda die Rosen erblickt denkt sie an ihre Rosenrankenlaube wird sich dann des kleinen Kai erinnern und davonlaufen

die Hexe geht umher und macht Zauberbewegungen

inzwischen kommt Gerda zu sich und schaut auf den Boden wo der imaginäre Blumengarten ist

sie zeigt auf einen Punkt und fragt was das für Blumen sind

der Clown fragt das Publikum nach einem Blumennamen

die Hexe nennt die vom Publikum genannte Blume

Gerda fragt erneut neuer Blumenname aus dem Publikum usw

plötzlich entdeckt Gerda die Rose auf dem Hut der Hexe und schaut sie an

die Hexe nimmt den Hut ab und merkt dass sie einen Fehler gemacht hat

Gerda sucht den Boden ab

GERDA

was gibt es hier keine Rosen?

o wie bin ich aufgehalten worden

ich wollte ja Kai suchen

die Hexe will Gerda aufhalten aber der Clown tritt dazwischen

die Hexe geht ab

der Clown holt ein paar welke Blätter aus der Tasche und lässt sie wie Konfetti über Gerda regnen

GERDA

wie habe ich mich verspätet

es ist ja Herbst geworden

da darf ich nicht ruhen

Gerda geht auf der Stelle erst schnell dann immer langsamer

der Clown geht auf den nächsten Bühnenabschnitt und zieht nach und nach das weiße Tuch aus der Hosentasche

wenn es ganz draußen ist wirft er es über sich und legt sich als Schneehaufen auf den Boden

Gerda lässt sich erschöpft auf den Haufen fallen

VIER Krähe (= Clown). Gerda. Prinzessin. Prinz.

der Clown kommt aus dem weißen Tuch heraus

er trägt eine bestimmte Mütze und stellt die Krähe dar

er hüpft herum betrachtet Gerda und wackelt mit dem Kopf

KRÄHE

krah krah gu’Tag gu’Tag

wohin gehst du so allein hinaus in die weite Welt?

GERDA

ich suche meinen Bruder Kai

hast du ihn vielleicht gesehen?

KRÄHE

das könnte sein das könnte sein

GERDA

wie? glaubst du-?

KRÄHE

ich glaube

es kann der kleine Kai gewesen sein

aber nun hat er dich sicher um der Prinzessin willen vergessen

GERDA

wohnt er bei einer Prinzessin?

die folgende Erzählung der Krähe wird pantomimisch mitgespielt

KRÄHE

n dem Königreich in welchem wir jetzt sitzen wohnt eine Prinzessin

die ist so ungemein klug

aber sie hat auch alle Zeitungen die es in der Welt gibt gelesen und wieder vergessen so klug ist sie

PRINZESSIN

weshalb sollte ich nicht heiraten?

KRÄHE

aber sie wollte einen Mann haben der zu antworten verstand wenn man mit ihm sprach

einen, der nicht bloß da stand und vornehm aussah denn das ist sehr langweilig in den Zeitungen war sogleich zu lesen dass es einem jeden jungen Mann der gut aussehe freistehe auf das Schloss zu kommen und mit der Prinzessin zu sprechen

und derjenige welcher am Besten spräche den wolle die Prinzessin zum Manne nehmen

im weiteren Choreografie

zwei Schauspieler spielen jetzt abwechselnd verschiedene Bewerber

sie tragen hässliche Perücken und reden intellektuelles Zeug ohne Unterbrechung so dass die Prinzessin zunehmend die Nase voll hat

GERDA

aber Kai wann kam der?

KRÄHE

gemach gemach

jetzt sind wir ja schon bei ihm angelangt

die Choreografie wird fortgesetzt

der letzte Bewerber ist vom Aussehen her Kai aber dümmlich-triebhaft

GERDA

das war Kai

o dann habe ich ihn gefunden

er sieht die Prinzessin und bringt vor lauter Bewunderung für ihre Schönheit kein Wort heraus

GERDA

und Kai hat doch sicher die Prinzessin bekommen?

die Prinzessin ist begeistert küsst ihn und verschwindet mit ihm unter einem weißen Tuch

GERDA

kannst Du mich nicht unbemerkt in das Schloss hineinbringen?

der Clown fragt das Publikum nach einem Trick wie sie unbemerkt ins Schloss kommen

am Ende ist die Lösung dass sie sich tarnen

daraufhin verstecken sie sich unter dem weißen Tuch und schleichen vorwärts schließlich kommen ihnen die anderen zwei unter ihrem weißen Tuch entgegen Spiegelspiel das damit endet dass beide Paare sich aufdecken

unter dem anderen Tuch sind Prinz und Prinzessin

der Prinz ist Kai mit einer Perücke

GERDA

es ist nicht Kai

KRÄHE

es war nicht Kai der-?

da hab ich mich wohl vertan

PRINZESSIN

wer bist du?

Gerda fängt an zu weinen

PRINZESSIN

du armes Kind

die Prinzessin tröstet Gerda und schickt den Prinz los

der kommt mit Kleidern für Gerda wieder

die Prinzessin frisiert Gerda und kleidet sie an

sie hat den Prinzen wieder losgeschickt

er kommt mit dem Clown wieder der sich inzwischen mit neuer Mütze in ein Pferd verwandelt hat

Gerda steigt auf das Pferd und winkt Prinz und Prinzessin winken zurück

Gerda und der Clown studieren mit dem Publikum das folgende Lied ein und singen es gemeinsam:

hopp hopp hopp
Pferdchen lauf Galopp
über Stock und über Steine
aber brich dir nicht die Beine
hopp hopp hopp hopp
Pferdchen lauf Galopp

FÜNF Clown. Gerda. Räuber. Räuberweib. Räubermädchen. Eule.Rentier.

Räuber Räuberweib und Räubermädchen tauchen auf und überfallen die beiden

sie ziehen Gerda vom Pferd dieses entflieht

RÄUBERWEIB

sie ist fett sie ist niedlich sie ist mit Nusskernen gemästet

sie ist so gut wie ein kleines fettes Lamm

na die wird aber schmecken

RÄUBERMÄDCHEN

sie soll erst mit mir spielen

sie muss mir ihren Muff und ihre hübschen Stiefel schenken und bei mir im Bett schlafen

Räuber und Räuberweib gehen in den Hintergrund trinken und spielen Würfel oder Karten

im weiteren Verlauf geht der Räuber ab und das Räuberweib schläft ein

Gerda gibt dem Mädchen Muff und Stiefel

RÄUBERMÄDCHEN

sie sollen dich nicht schlachten so lange ich nicht böse auf dich werde

du bist wohl eine Prinzessin?

Gerda schüttelt den Kopf

RÄUBERMÄDCHEN

sie sollen dich nicht schlachten selbst wenn ich böse auf dich werde

dann werde ich es nämlich selber tun

Gerda weint das Räubermädchen küsst und streichelt sie

RÄUBERMÄDCHEN

hab doch nur Spaß gemacht

du sollst diese Nacht bei mir und meinem Rentier schlafen

der Clown mit Nikolausmütze als Rentier tritt auf

er legt sich so hin dass die beiden Mädchen seinen Körper als Kissen nutzen können

das Räubermädchen schläft ein

die Eule taucht auf

EULE

uuh uuh ich habe den kleinen Kai gesehen

er saß im Wagen der Schneekönigin der durch den Wald fuhr als ich auf einem alten Baum saß

uuh uuh

GERDA

was sagst du? wohin reiste die Schneekönigin? weißt du es?

EULE

sie reiste wohl nach dem nördlichsten Norden denn dort ist immer Schnee und Eis

frage das Rentier

uuh uuh

die Eule verschwindet

das Rentier ist aufgewacht und hat die letzten Worte mitbekommen

RENTIER

dort ist Eis und Schnee dort ist es herrlich und schön

dort springt man frei umher in den großen glänzenden Tälern

dort hat die Schneekönigin ihr Sommerzelt

GERDA

weißt Du wo der nördlichste Norden ist?

RENTIER

wer könnte es wohl besser wissen als ich?

dort bin ich geboren und aufgewachsen

dort bin ich auf den Schneefeldern herumgesprungen

RÄUBERMÄDCHEN

pst du siehst der Vater ist fort

nur die Mutter ist noch hier und die bleibt

aber sie hat viel aus der großen Flasche getrunken und ist eingeschlummert

das Räubermädchen hebt Gerda auf das Rentier hinauf und gibt ihr die Stiefel wieder und ein Paar große Fäustlinge

RÄUBERMÄDCHEN

da hast du deine Stiefel wieder denn es wird kalt

aber den Muff behalte ich der ist gar zu niedlich

aber du sollst nicht frieren

hier hast Du Mutters große Fausthandschuhe

lauf nun mein Rentier und pass gut auf das kleine Mädchen auf

GERDA

danke für alles liebes Räubermädchen

Gerda küsst und umarmt es zum Abschied

Rentier und Gerda gehen los da erwacht das Räuberweib

das Räubermädchen bittet das Publikum immer wieder fette Speisen zu nennen damit die Mutter ins Träumen zurückfällt und nicht die Verfolgung aufnimmt das Räuberweib schwelgt mit jeder genannten Speise im Halbschlaf und legt sich wieder hin

SECHS Clown. Gerda. Rentier. Hexe.

Rentier und Gerda kommen erst schnell voran dann immer langsamer bis sie stehen bleiben

erschöpft wollen sie aufgeben da tritt die Hexe auf

sie hat Kekse und heißen Saft mitgebracht

sie gibt Gerda was davon während das Rentier wieder zum Clown wird und dieser Kekse und Saft im Publikum verteilt

Gerda erkennt die Hexe drückt gestisch ihre Verwunderung aus und umarmt sie

HEXE

der kleine Kai ist tatsächlich bei der Schneekönigin und findet dort alles nach seinem Geschmack und Gefallen und glaub es sei der beste Ort in der Welt

aber das kommt daher, dass er einen Glassplitter ins Herz und ein kleines Glaskörnchen ins Auge bekommen hat

die müssen erst heraus sonst behält die Schneekönigin die Macht über ihn

CLOWN

aber kannst Du nicht der kleinen Gerda so etwas eingeben dass sie Macht über das alles bekommt?

HEXE

ich kann ihr keine größere Macht geben als sie schon besitzt

sie kann nicht von uns ihre Macht erhalten die sitzt in ihrem Herzen

die besteht darin dass sie ein liebes unschuldiges Kind ist

kann sie nicht selbst zur Schneekönigin hineingelangen und das Glas aus dem kleinen Kai herausbekommen dann können wir auch nicht helfen

die Hexe steht auf und erzählt dem Publikum dass sie nun einen Windzauber vollführen wird damit Gerda möglichst schnell zur Schneekönigin gelangt

sie bittet das Publikum Windgeräusche zu machen

mit den Windgeräuschen „fliegt“ Gerda herum mit dem weißen Tuch wedelnd dessen anderes Ende der Clown festhält

die Hexe geht ab

Gerda lässt das Tuch los der Clown verheddert sich erneut im Tuch

SIEBEN Clown. Gerda. Kai. Schneekönigin. Großmutter.

Man sieht die Schneekönigin erhöht stehen mit einem riesigen Rock angetan der ein Zelt bildet

in diesem sitzt wie erstarrt Kai

Gerda geht zu ihm und umarmt ihn

GERDA

Kai mein lieber Bruder Kai

da habe ich Dich endlich gefunden

CLOWN

liebes Publikum

Kais Herz kann nur auftauen wenn unter dem Mantel der Schneekönigin möglichst viel Herzenswärme von lieben Kindern ausgestrahlt wird

deshalb liebe Kinder und Kind gebliebene Erwachsene kommt alle unter den Mantel und setzt euch ganz nah zum Kai

während das geschieht „schmilzt“ die Schneekönigin

der Rock fällt auf die Kinder Kai und Gerda

sie selbst wickelt sich in den Rock und bleibt liegen

der Clown zieht den Rest vom Rock weg so dass alle wieder zu sehen sind und entlässt die Kinder sich bedankend ins Publikum

Kai beginnt vor Freude zu weinen reibt sich die Augen und merkt dass er etwas in der Hand hält

er betrachtet es dann wirft er es weg

KAI

Gerda liebe kleine Gerda wo bist Du nur so lange gewesen?

und wo bin ich gewesen?

sie fassen sich einander bei den Händen und tanzen

der Clown nimmt die Rose und baut sich als Laube auf

die Großmutter taucht auf winkt und gibt den Kindern das Bilderbuch

Kai und Gerda gehen in die Laube und blättern im Buch

die Großmutter winkt dem Publikum Ade

Ende