DER TANNENBAUM


Figuren:

Der Tannenbaum

(Die Birke?)

Der Vater

Die Mutter

Das erste Kind

Das zweite Kind

Die Großmutter

Die zwei Sperlinge

Die drei Sonnenstrahlen

Der Wind

Die zwei Mäuse

+++++

ERSTE SZENE Waldlichtung.

2 Kinder. Tannenbaum.

Die Kinder:

seht nur hier draußen im Walde

steht ein hübscher Tannenbaum

viel Sonne hat er und frische Luft

einen guten Platz mit genügend Raum

ist er nicht putzig ist er nicht schön?

nein wie ist der doch niedlich klein

hat man jemals ein so süßes Bäumchen gesehn?

was muss dieser Tannenbaum glücklich sein

Der Tannenbaum:

langweilig ists hier im Walde

ich will von der Welt was sehn

was brauch ich Sonne und frische Luft?

ich hab es satt hier herumzustehen

ich will nicht niedlich ich will nicht klein

will nicht hübsch süß und putzig sein

ich will endlich ein erwachsener Tannenbaum sein

erst dann kann ich so richtig glücklich sein

Die Kinder:

seht nur hier draußen im Walde

steht ein hübscher Tannenbaum

viel Sonne hat er und frische Luft

einen guten Platz mit genügend Raum

ist er nicht putzig ist er nicht schön?

nein wie ist der doch niedlich klein

hat man jemals ein so süßes Bäumchen gesehn?

was muss dieser Tannenbaum glücklich sein

Der Tannenbaum:

langweilig ists hier im Walde

ich will von der Welt was sehn

was brauch ich Sonne und frische Luft?

ich hab es satt hier herumzustehen

ich will nicht niedlich ich will nicht klein

will nicht hübsch süß und putzig sein

ich will endlich ein erwachsener Tannenbaum sein

erst dann kann ich so richtig glücklich sein

o wär ich doch schon ein großer Baum wie die andern

dann könnte ich meine Äste weithin ausbreiten

mit den Spitzen weit in die weiten Weiten blicken

Die Vögel würden in meinen Zweigen nisten

und wenn es windig wäre könnte ich vornehm nicken

Die Kinder:

seht nur hier draußen im Walde

steht ein hübscher Tannenbaum

viel Sonne hat er und frische Luft

einen guten Platz mit genügend Raum

ist er nicht putzig ist er nicht schön?

nein wie ist der doch niedlich klein

hat man jemals ein so süßes Bäumchen gesehn?

was muss dieser Tannenbaum glücklich sein

Der Tannenbaum:

langweilig ists hier im Walde

ich will von der Welt was sehn

was brauch ich Sonne und frische Luft?

ich hab es satt, hier herumzustehen

ich will nicht niedlich ich will nicht klein

will nicht hübsch süß und putzig sein

ich will endlich ein erwachsener Tannenbaum sein

erst dann kann ich so richtig glücklich sein

o wär ich doch schon ein großer Baum wie die andern

dann könnte ich meine Äste weithin ausbreiten

mit den Spitzen weit in die weiten Weiten blicken

die Vögel würden in meinen Zweigen nisten

und wenn es windig wäre, könnte ich vornehm nicken

ach, wachsen groß und alt werden

das ist doch das einzig Schöne in dieser Welt

ZWEITE SZENE Waldlichtung.

Vater. 2 Sperlinge. 3 Sonnenstrahlen. Wind. Tannenbaum.

Der Vater:

Winterzeit Winterzeit

ist jetzt wieder und es schneit

Weihnachten steht vor der Tür

einen Baum brauch ich dafür

einen schönen Baum brauch ich dafür

einen schönen Baum fäll ich jetzt mi-hi-hier

einen schönen Baum den fäll ich mir

Der Tannenbaum:

wo kommen all die Bäume hin

die man alljährlich fällt?

was steht ihnen danach bevor?

ziehn sie gar in die große weite Welt?

wisst ihr wo man sie hingeführt

seid ihr ihnen begegnet?

stehn sie im warmen trocknen jetzt

oder noch da wo´s manchmal schneit und regnet?

Die drei Sonnenstrahlen:

wir Sonnenstrahlen wir wissen es nicht

Der Wind:

ich auch nicht der Wind, der dich küsst

Wind und Sonnenstrahlen:

denk nicht drüber nach erfreu dich deiner Jugend

deines frischen Gedeihens des jungen Lebens

das in dir ist das in dir ist

erfreu dich des Lebens des Lebens so lange es noch in dir ist

Der Tannenbaum:

wo kommen all die Bäume hin

die man alljährlich fällt?

was steht ihnen danach bevor?

ziehn sie gar in die große weite Welt?

wisst ihr wo man sie hingeführt

seid ihr ihnen begegnet?

stehn sie im warmen trocknen jetzt

oder noch da wo´s manchmal schneit und regnet?

Die zwei Sperlinge:

wir Sperlinge ham durch ne Scheibe geguckt

wir wissen es dass ihr es nur wisst

Wind und Sonnenstrahlen:

denk nicht drüber nach erfreu dich deiner Jugend

deines frischen Gedeihens des jungen Lebens

das in dir ist, das in dir ist

erfreu dich des Lebens des Lebens so lange es noch in dir ist

Die zwei Sperlinge:

o sie kommen zur größten Pracht und Herrlichkeit

Wind und Sonnenstrahlen:

ihr seid doch verrückt

Die zwei Sperlinge:

sie werden mitten in die warme Stube gepflanzt

und mit den hübschesten Sachen geschmückt

Wind und Sonnenstrahlen:

ihr beliebt wohl zu scherzen

Die zwei Sperlinge:

mit Flitter und Süßkram mit Kugeln und Kerzen

Der Tannenbaum:

und dann? Und dann? Was geschieht dann?

Die zwei Sperlinge:

ja mehr haben wir nicht gesehen

doch es war unvergleichlich schön

Der Tannenbaum:

ob ich zur Welt gekommen bin

diesen glänzenden Weg zu gehen?

Die drei Sonnenstrahlen:

wir Sonnenstrahlen wir wissen es nicht

Der Wind:

ich auch nicht der Wind der dich küsst

Der Tannenbaum:

ob ich zur Welt gekommen bin

diesen glänzenden Weg zu gehen?

wär ich in der warmen Stube schon

und könnte all die Pracht und Herrlichkeit sehen

und dann kommt noch was Besseres

was Größeres muss kommen

doch was? Was ist nur mit mir los?

ich fühl mich ganz benommen

Wind und Sonnenstrahlen:

denk nicht drüber nach erfreu dich deiner Jugend

deines frischen Gedeihens des jungen Lebens

das in dir ist, das in dir ist

erfreu dich des Lebens des Lebens so lange es noch in dir ist

denk nicht drüber nach erfreu dich deiner Jugend

deines frischen Gedeihens des jungen Lebens

das in dir ist, das in dir ist

erfreu dich des Lebens des Lebens so lange es noch in dir ist

Der Vater:

Winterzeit Winterzeit

ist jetzt wieder und es schneit

Weihnachten steht vor der Tür

einen Baum brauch ich dafür

einen schönen Baum brauch ich dafür

einen schönen Baum fäll ich jetzt mi-hi-hier

einen schönen Baum den fäll ich mir

(der ist prächtig)

DRITTE SZENE Stube.

Großmutter. Mutter. 2 Kinder. Tannenbaum.

Großmutter & Mutter:

morgen Kinder wirds was geben
morgen werden wir uns freun
welche Wonne welches Leben
wird in unserm Hause sein
einmal werden wir noch wach
heißa dann ist Weihnachtstag

Großmutter & Mutter & die Kinder:
wie wird dann die Stube glänzen
von der großen Lichterzahl
schöner als bei frohen Tänzen
ein geputzter Kronensaal
wisst ihr noch wie vor’ges Jahr
es am heil’gen Abend war

Erstes Kind:
wisst ihr noch mein Räderpferdchen?
meine nette Schäferin?

Zweites Kind:
meine Küche mit dem Herdchen
und dem blankgeputzten Zinn?

Beide Kinder:
unsern bunten Harlekin
mit der gelben Violin?

Großmutter & Mutter:
morgen Kinder wirds was geben
morgen werden wir uns freun
welche Wonne welches Leben
wird in unserm Hause sein
einmal werden wir noch wach
heißa dann ist Weihnachtstag

Großmutter & Mutter & die Kinder:
wie wird dann die Stube glänzen
von der großen Lichterzahl
schöner, als bei frohen Tänzen
ein geputzter Kronensaal
wisst ihr noch wie vor’ges Jahr
es am heil’gen Abend war

Beide Kinder:
welch ein schöner Tag ist morgen
neue Freude hoffen wir
unsre guten Eltern sorgen
lange lange schon dafür
o gewiss wer sie nicht ehrt
ist der ganzen Lust nicht wert

Großmutter & Mutter:
morgen Kinder wirds was geben
morgen werden wir uns freun
welche Wonne welches Leben
wird in unserm Hause sein
einmal werden wir noch wach
heißa dann ist Weihnachtstag

Großmutter & Mutter & die Kinder:
wie wird dann die Stube glänzen
von der großen Lichterzahl
schöner als bei frohen Tänzen
ein geputzter Kronensaal
wisst ihr noch wie vor’ges Jahr
es am heil’gen Abend war

Erstes Kind:
weißt du noch die Spiele Bücher

Zweites Kind:
und das schöne Schaukelpferd

Erstes Kind:
schöne Kleider woll’ne Tücher

Zweites Kind:
Puppenstube Puppenherd?

Beide Kinder:
morgen strahlt der Kerzen Schein
morgen werden wir uns freu’n

Großmutter & Mutter & die Kinder:

morgen strahlt der Kerzen Schein
morgen werden wir uns freu’n

Tannenbaum:

morgen strahlt der Kerzen Schein
morgen werden wir uns freu’n

wär es denn schon morgen Abend

wärn doch schon die Lichter an

kommen aus dem Wald die andern

Bäume und schauen mich an?

gucken Spatzen durch die Scheibe?

was geschieht mit mir danach?

wachse ich hier an und steh das

ganze Jahr geschmückt da? ach

ach vor Neugier ich vergeh

hab schon richtig Rindenweh

VIERTE SZENE Stube.

Vater. Mutter. Großmutter. 2 Kinder. Tannenbaum.

Großmutter, Vater, Mutter & beide Kinder:

o Tannenbaum O Tannenbaum
wie treu sind deine Blätter
du grünst nicht nur zur Sommerzeit
nein auch im Winter wenn es schneit
o Tannenbaum o Tannenbaum
wie grün sind deine Blätter

o Tannenbaum o Tannenbaum
du kannst mir sehr gefallen
wie oft hat schon zur Winterszeit
ein Baum von dir mich hoch erfreut
o Tannenbaum o Tannenbaum
du kannst mir sehr gefallen

o Tannenbaum o Tannenbaum
dein Kleid will mich was lehren
die Hoffnung und Beständigkeit
gibt Mut und Kraft zu jeder Zeit
o Tannenbaum o Tannenbaum
dein Kleid will mich was lehren

FÜNFTE SZENE Stube.

Vater. Mutter. Großmutter. 2 Kinder. Tannenbaum.

Die Kinder:

eine Geschichte eine Geschichte

Die Großmutter:

komm wir setzen uns unter das Bäumchen

weil wir dann nämlich im Grünen sind

und besonders dem Bäumchen

und besonders dem Bäumchen

tut es gut zuzuhören

Die Kinder:

eine Geschichte eine Geschichte

Großmutter:

aber ich erzähle nur eine Geschichte

weil es ja schon spät am Abend ist

die von Ivede-Avede

oder von Klumpe-Dumpe

welche wollt ihr dies Jahr hören?

Erstes Kind:

Ivede-Avede

Zweites Kind:

Klumpe-Dumpe

Die Großmutter:

Ivede-Avede?

Vater, Mutter & beide Kinder:

Klumpe-Dumpe

Die Großmutter:

Klumpe-Dumpe fiels Treppchen hinunter

fiels Treppchen hinunter

fiels Treppchen hinunter

und doch kam er auf das Thrönchen

und erhielt das Prinzesschen Tausendschönchen.

Klumpe-Dumpe fiels Treppchen hinunter

fiels Treppchen hinunter

fiels Treppchen hinunter

und doch kam er auf das Thrönchen

und doch kam er auf das Thrönchen

und erhielt das Prinzesschen Tausendschönchen

und lebte fortan in Saus und Braus

und damit ist unser Märchen schon aus

Die Kinder:

erzähle erzähle noch mal noch mal

Die Großmutter:

Klumpe-Dumpe fiels Treppchen hinunter

fiels Treppchen hinunter

fiels Treppchen hinunter

und doch kam er auf das Thrönchen

und erhielt das Prinzesschen Tausendschönchen.

Klumpe-Dumpe fiels Treppchen hinunter

fiels Treppchen hinunter

fiels Treppchen hinunter

und doch kam er auf das Thrönchen

und doch kam er auf das Thrönchen

und erhielt das Prinzesschen Tausendschönchen

und lebte fortan in Saus und Braus

und damit ist unser Märchen schon aus

Der Tannenbaum:

Klumpe-Dumpe fiels Treppchen hinunter

fiels Treppchen hinunter

fiels Treppchen hinunter

und doch kam er auf das Thrönchen

und erhielt das Prinzesschen Tausendschönchen.

Klumpe-Dumpe fiels Treppchen hinunter

fiels Treppchen hinunter

fiels Treppchen hinunter

und doch kam er auf das Thrönchen

und doch kam er auf das Thrönchen

und erhielt das Prinzesschen Tausendschönchen

und lebte fortan in Saus und Braus

und damit ist unser Märchen schon aus

Klumpe-Dumpe fiels Treppchen hinunter

fiels Treppchen hinunter

fiels Treppchen hinunter

und doch kam er auf das Thrönchen

und erhielt das Prinzesschen Tausendschönchen

fall ich vielleicht auch mal ne Treppe hinunter

ne Treppe hinunter

ne Treppe hinunter

und stehe doch wieder auf

und stehe doch wieder auf

und krieg eine Prinzessin noch obendrauf?

und lebe mit ihr in Saus und Braus

und damit wäre mein Märchen schon aus?

nein morgen werde ich wieder geschmückt

und alle um mich herum sind entzückt

weil ich wieder erstrahle im Lichterglanz

und es gibt wieder Freude Geschichten und Tanz

ein Fest noch viel schöner als eben

und so geht’s nun mein ganzes Leben

SECHSTE SZENE Dachboden.

2 Mäuse. Tannenbaum.

Erste Maus:

pieps pieps

Zweite Maus:

pieps pieps

Erste und zweite Maus:

wie ist es hier doch schrecklich kalt

Erste Maus:

sonst lässt sichs gut leben

Zweite Maus:

nicht wahr altes Bäumchen?

Der Tannenbaum:

he ich bin gar nicht so alt

Erste Maus:

pieps pieps

Zweite Maus:

pieps pieps

Erste Maus:

wo kommst du denn überhaupt her?

Zweite Maus:

was weißt du? Was hast du schon alles erlebt?

Der Tannenbaum:

he neugierig seid ihr doch sehr

Erste Maus:

erzähle uns doch von dem schönsten Ort auf Erden

Beide Mäuse:

bist du da gewesen? Bist du da gewesen?

Zweite Maus:

bist du in der Speisekammer gewesen

Erste Maus:

wo Käse auf den Wandbrettern liegen

Zweite Maus:

wo Schinken unter der Decke hängen

Beide Mäuse:

wo man auf Talglichtern tanzt

und sich vollschlägt den Wanst

und mager hineingeht

und fett wieder rausgeht?

Der Tannenbaum:

ja ich war an dem schönsten Ort auf Erden

Beide Mäuse:

bist du da gewesen? Bist du da gewesen?

Der Tannenbaum:

doch das ist keine Speisekammer gewesen

wo Käse auf den Wandbrettern liegen

wo Schinken unter der Decke hängen

nein es hieß Wald dieser Ort

ach wie gern wär ich dort

wo die Sonne oft scheint

und der Wind weht und weint

Beide Mäuse:

pieps pieps pieps pieps

nein wie viel hast du doch gesehen

wie warst glücklich du alter Tannenbaum

Der Tannenbaum:

ja und damals hab ichs nicht gesehn

aber ich bin noch gar nicht alt

ich bin erst diesen Winter aus dem Walde gekommen

ich bin in meinem allerbesten Alter

nur etwas gedrungen von Wuchs genau genommen

Beide Mäuse:

erzähl uns nochmal von dem schönsten Ort auf Erden

du bist da gewesen du bist da gewesen

Der Tannenbaum:

das war wie gesagt der Wald gewesen

wo Singvögel in den Wipfeln singen

wo Spatzen neue Zeitung bringen

ja im Wald da wars schön

würd ihn gern wiedersehn

wo der Wind mich geküsst

der mich wohl jetzt vermisst

und beim Wehn Tränen weint

wenn auch die Sonne scheint

ach es waren doch herrliche Zeiten

aber sie können ja auch wiederkommen

zwar fiel Klumpe-Dumpe die Treppe hinunter

doch er hat am Ende die Prinzessin bekommen

die Prinzessin bekommen

die Prinzessin

meine Prinzessin

Birke

SIEBTE SZENE Hof.

Vater. 2 Kinder. Tannenbaum.

Der Vater:

Winterzeit Winterzeit

ist jetzt wieder und es schneit

Kälte kommt herein zur Tür

Feuerholz das brauchen wir.

etwas Feuerholz das brauchen wir,

etwas Feuerholz hack ich jetzt mi-hi-hier

etwas Feuerholz das hack ich mir

Erstes Kind:

sieh nur hier draußen im Hof

steht der alte Weihnachtsbaum

auf der Spitze sitzt noch der goldene Stern

ist er nicht grässlich anzuschaun?

Zweites Kind:

wie sind die Zweige jetzt gelb und welk

nein wie kann man so hässlich sein

hat man jemals ein so großes Scheusal gesehn?

was muss dieser Tannenbaum traurig sein

Der Tannenbaum:

ja traurig ists hier im Hof

mir gefällts nicht hier zu stehen

ich hab zwar Sonne und frische Luft

doch so soll mein Leben nicht weitergehen

ich will nicht hässlich ich will nicht gelb

kein großes Scheusal sein und welk.

ich will wieder ein verwurzelter Tannenbaum sein

erst dann kann ich so richtig glücklich sein

Beide Kinder:

seht nur hier draußen im Hof

steht der alte Weihnachtsbaum.

auf der Spitze sitzt noch der goldene Stern

ist er nicht grässlich anzuschaun?

wie sind die Zweige jetzt gelb und welk

nein wie kann man so hässlich sein

hat man jemals ein so großes Scheusal gesehn?

was muss dieser Tannenbaum traurig sein!

Der Tannenbaum:

ja traurig ists hier im Hof

mir gefällts nicht hier zu stehen

ich hab zwar Sonne und frische Luft

doch so soll mein Leben nicht weitergehen

ich will nicht hässlich ich will nicht gelb

kein großes Scheusal sein und welk

ich will wieder ein verwurzelter Tannenbaum sein

erst dann kann ich so richtig glücklich sein

o wär ich doch nur im Walde damals geblieben

doch damals war ich mit meinem Los nicht zufrieden

ach hätt ich mich doch gefreut als ich es noch konnte

als der Wind mich küsste die Spatzen mich besuchten

und wenn die Sonne schien sie mich zärtlich besonnte

Beide Kinder:

seht nur hier draußen im Hof

steht der alte Weihnachtsbaum

auf der Spitze sitzt noch der goldene Stern

ist er nicht grässlich anzuschaun?

wie sind die Zweige jetzt gelb und welk

nein wie kann man so hässlich sein

hat man jemals ein so großes Scheusal gesehn?

was muss dieser Tannenbaum traurig sein

Der Tannenbaum:

ja traurig ists hier im Hof

mir gefällts nicht hier zu stehen

ich hab zwar Sonne und frische Luft

doch so soll mein Leben nicht weitergehen

ich will nicht hässlich ich will nicht gelb

kein großes Scheusal sein und welk

ich will wieder ein verwurzelter Tannenbaum sein

erst dann kann ich so richtig glücklich sein

o wär ich doch nur im Walde damals geblieben

doch damals war ich mit meinem Los nicht zufrieden

ach hätt ich mich doch gefreut als ich es noch konnte

als der Wind mich küsste die Spatzen mich besuchten

und wenn die Sonne schien, sie mich zärtlich besonnte

ach immerdar im Wald leben

das ist doch das einzig Schöne in dieser Welt

Der Vater:

Winterzeit Winterzeit

ist jetzt wieder und es schneit

Kälte kommt herein zur Tür

Feuerholz das brauchen wir

etwas Feuerholz das brauchen wir

etwas Feuerholz hack ich jetzt mi-hi-hier

etwas Feuerholz das hack ich mir

+++++

das Werk ist Fragment geblieben

der Tannenbaum endet als ein Stützpfosten an dem die Birke gebunden ist