P.S. : FRAU GESUCHT


Ich suche eine wenig bis gar nicht tätopiercte Nichtraucherin zwischen ca. 40 und 80, die sich eine Beziehung mit mir vorstellen könnte.

Ideal wäre (Großraum) Leipzig, aber auch weiter entfernt denkbar, da ich Deutschland Ticket habe. Vorläufig dann Wochenendbeziehung; wenn die Beziehung hält, kann ich mir irgendwann einen Umzug in eine andere Stadt vorstellen.

Ich suche allerdings keine klassische Partnerschaft „auf Augenhöhe“, sondern ein Zofenverhältnis. Was ich genau damit meine, lässt sich aus einem Brief ersehen, den ich hiermit in Auszügen veröffentliche:

(…)

Wie gesagt bin ich ein Mensch mit einer weiblichen Seele, also eine Frau. Entsprechend hätte ich als Mädchen aufwachsen müssen, was aber nicht geschehen ist; weder meine Eltern noch ich haben das in meiner Kindheit und Jugend erkannt, und so bin ich als Junge aufgewachsen. Wäre ich als Mädchen aufgewachsen, hätte ich mich zu einer ganz normalen heterosexuellen Frau entwickelt. Ich spüre, dass ich eigentlich auf Männer stehe. So wie du und jede andere heterosexuelle Frau kann ich ganz spontan sagen, welche Männer ich attraktiv finde. (Von noch lebenden Promis ist übrigens meine Top 5, ohne bestimmte Reihenfolge: Idris Elba, Marco Rose, Robert Habeck, Mikael Persbrandt, Jürgen Maurer.) Bei Frauen ist es eher so, dass ich mich mit ihnen vergleiche und überlege, ob ich gern so aussehen oder mich auch so kleiden würde. Ich kann dennoch sagen, dass ich eine Frau schön oder besonders schön finde. Ich finde Frauen(körper) auch generell ästhetischer.

Wenn ich mir vorstelle, eine sogenannte feste Partnerschaft zu leben, dann sehe ich mich als Frau eines Mannes. Durchaus in einer Beziehung auf Augenhöhe, wobei ich eine gewisse allgemein devote Ader nicht leugnen kann. Würde sich ein Mann, den ich sympathisch und attraktiv finde, für mich interessieren, könnte ich mich unter Umständen auf ihn einlassen. Nur interessiert sich keiner für mich, denn der Hetero-Mann stört sich an meinem Körper, der Schwule an meiner Seele.

Da ich nicht lesbisch bin, kann ich keine „normale“ Beziehung mit einer Frau eingehen. Wie gesagt finde ich Frauenkörper ästhetischer, und wenn ich eine Frau sehr gern habe, ist es wundervoll für mich, sie zu küssen und zu berühren, und auch mit ihr Sex zu haben; auch auf durchaus männliche Art und Weise. Deshalb waren meine bisherigen Beziehungen und Intimfreundschaften mit Frauen alle sehr schön.

Wieso ist nun das „Zofenverhältnis“, wie ich es nenne, mein Ideal einer Beziehung? Das hat mit meiner Entwicklung zu tun. Durch die „Unterdrückung“ meiner Weiblichkeit in der Pubertät hatte ich nicht die Möglichkeit, als Mädchen mich in Jungs zu verlieben und mich zum heterosexuellen weiblichen Wesen zu entwickeln. Stattdessen wurde ich unterbewusst auf Frauen geprägt. Aber nicht auf gleichaltrige, so dass ich meine erste Freundin erst sehr spät hatte. Mädchen haben sich auch nie in mich verguckt, weil sie wahrscheinlich gespürt haben, dass ich in Wirklichkeit selber eines war.

Es ist sicher kein Zufall, dass die Frauen, mit denen ich seit meinem Trans-Comingout zusammen war, mindestens sieben Jahre älter waren als ich. Ich gebe bei der Partnerinnensuche meist 40 bis 80 Jahre an, früher sogar 50 bis 80. Mit einer Frau unter 40 kann ich es mir eher nicht vorstellen. Die reifere Frau verkörpert die weibliche Autoritätsperson, die ich in meiner Pubertät nicht hatte. Ich hatte keine Mutter, keine Großmütter und Tanten, die mir vermittelt haben, dass sie das Mädchen lieb haben. Sie hatten mich lieb, aber nur den Jungen, der ich nie war. Die Beziehung mit einer Frau ist bei mir also das unbewusste Nachholen meiner Mädchenzeit. Ich sehne mich nach einer reiferen Frau, die mir vermittelt, dass sie das Mädchen (Janna Stefanie) lieb hat.

In der Hinsicht ist es tatsächlich ein Fetisch. Aber das eben Beschriebene ist nur der Hintergrund, die Erklärung dafür, warum das Zofenverhältnis mein Ideal einer Beziehung mit einer Frau darstellt.

Wie ist das Zofenverhältnis zu verstehen? Zunächst einmal ist die Zofe nur ein Sinnbild.

(…)

Ich kann meine Mädchenzeit nicht nachträglich real nachholen, denn ich bin nicht mehr in der Pubertät. Die Zofe ist das erwachsene Mädchen, das einer weiblichen Autoritätsperson unterstellt ist. Die Herrin bestimmt über die Zofe. Die Zofe lebt für die Herrin, bedient ihre Wünsche, ist gehorsam; gehorsam wie ein Mädchen gegenüber den Erwachsenen. Die Herrin hat die Zofe gern und behandelt sie gut; das ist Voraussetzung. Das Verhältnis hat also gar nichts von Befehl, Beschimpfung, Zwang, Schmerz oder Strafe. Und das Dienen ist meine Art, Zuneigung zu zeigen, der Gehorsam meine Art zu sagen, dass ich die „Partnerin“ lieb habe.

Wie würde eine solche Beziehung real aussehen? Zunächst ist zu sagen, dass sie an drei Dinge gebunden ist: Häuslichkeit, Weiblichkeit und Beständigkeit.

Das Zofenverhältnis ist an die Häuslichkeit der „Herrin“ gebunden. Erst wenn ich mich im Haus bzw. in der Wohnung der Herrin befinde, bin ich ihre Zofe. Und auch nur dann. Außerhalb sind wir einfach Freundinnen „auf Augenhöhe“.

Um Zofe zu sein, muss ich mich ganz als Mädchen fühlen. Ich muss kein Zofenkostüm tragen, aber unbedingt Rock oder Kleid. Am besten etwas, das der Herrin an mir gefällt. Tatsächlich fühle ich mich, vor allem in Kleid oder Rock, wie 23; ich habe dir ja erzählt warum gerade dieses Alter*. Also mehr wie ein erwachsenes Mädchen als eine reifere Frau.

Das Zofenverhältnis funktioniert nur als beständiges Verhältnis. Sich nur sporadisch zu treffen würde aus der Beziehung ein unbezahltes Arbeitsverhältnis machen. Es ist ein Dienen, jedoch kein Dienstbotenverhältnis. Es ist eine Freundschaft, vielleicht auch Partnerschaft, nur eben keine „auf Augenhöhe“. Und weil man sich mag, will man sich auch öfter sehen. Was gar nicht geht, ist gleichzeitig mehrere Herrinnen zu haben. Es kann immer nur eine geben, und im Idealfall auf lange Sicht dieselbe.

Wie intensiv ist so ein Verhältnis? Das entscheidet natürlich die Herrin. Ich unterscheide vier Stufen:

Stufe 1: Die Herrin bestellt die Zofe immer mal zu sich, wenn sie ihrer bedarf bzw. sie bei sich haben will. Irgendwann geht die Zofe dann nach Hause.

Stufe 2: Selbiges, nur dass die Zofe auch mal über Nacht bleibt, wenn die Herrin es wünscht.

Stufe 3: Die Zofe zieht zur Herrin und dient ihr entsprechend intensiver. Sie verlässt das Haus aber wann immer sie will, z.b. wenn sie ihrem Brotjob nachgeht.

Stufe 4: Die Zofe wohnt nicht nur bei der Herrin, sondern gehört ihr auch. Die Herrin bestimmt konsequent über die Zofe. Die Zofe darf das Haus nur mit der Erlaubnis der Herrin verlassen. Darf die Zofe nicht mehr einem Brotjob nachgehen, muss die Herrin für sie sorgen.

Mein Ziel ist es, bis Stufe 3 zu kommen. Stufe 4 ist tatsächlich ein heimlicher Traum von mir, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich real so weit gehen könnte. Wenn, dann nur mit einer Herrin, zu der ich großes Vertrauen habe oder die ich liebe. Und die Beziehung muss schon sehr lange gehalten haben.

So weit, so gut. Aber was macht die Zofe bei bzw. mit der Herrin? Ist sie ihre kostenlose Putze? Nein. Sie dient, aber das Dienen ist viel umfassender gemeint. Wenn die Zofe bei der Herrin ist und auch äußerlich Mädchen, dann schenkt sie sich der Herrin. Das bedeutet nicht, dass sie zwingend den Haushalt macht. Es bedeutet, dass sie ganz für die Herrin da ist, die Herrin ganz in ihrem Sinne über die Zofe verfügen darf. Die Herrin entscheidet alles. Die Zofe hat keine Wünsche; nur den einen, ihre Herrin glücklich zu machen. Daraus zieht sie ihr eigenes Glück. (Ich will für eine andere Frau leben, das ist meine höchste Vorstellung von Glück; so kann man es in einem Satz zusammenfassen.)

Mit Dienen meine ich das Umsetzen der Wünsche meiner Herrin. Deshalb spreche ich von Dienst. Die Dienste können sehr unterschiedlich sein; gemeinsam haben sie nur, dass die Herrin sie sich aussucht. Es geht schließlich um ihre Bedürfnisse und deren Befriedigung. Wünscht sich die Herrin, dass die Zofe das Geschirr abwäscht, wäscht die Zofe ab. Es könnte aber auch sein, dass die Herrin unheimlich gern abwäscht und gerade nicht will, dass ihr diese Arbeit abgenommen wird. Dann wäscht die Zofe natürlich nicht ab. Es ist also nicht so, dass die Zofe automatisch alle Arbeiten im Haus übernimmt. Die Herrin könnte auch bestimmen, dass sie selber die Zofe bekochen und bedienen will. An dem Beispiel wird deutlich, dass es nicht um Zofenklischees und unterwürfige Posen geht, sondern allein um die Wünsche der Herrin. Das kann alles sein, Gespräche führen, Fernsehen, Spiele spielen, sich vorlesen lassen…; sogar gar nichts machen und es genießen, dass da eine Person anwesend ist, die ganz für einen da ist.

Das Zofenverhältnis ist im übrigen nicht zwingend ein Intimverhältnis. Ich unterscheide drei Arten von „Dienst“: Hausdienst, Zimmerdienst und Bettdienst. Als Zofe brauche ich tatsächlich keine Intimität mit der Herrin, um glücklich zu sein. Der Hausdienst würde ausreichen. Dieser umfasst alle Bedürfnisse, die nichts mit körperlicher Intimität zu tun haben. Mit dem Zimmerdienst sind die Dinge gemeint, die schon ein Stück weit intimer sind. Dazu gehört: die Herrin massieren (Fuß- oder Rückenmassage), die Herrin beim Baden einseifen oder den Rücken schrubben, der Herrin beim Ankleiden helfen, die Herrin frisieren u.ä. ; natürlich gilt auch da, dass nur das umgesetzt wird, was die Herrin mag.

Noch mehr gilt das für den Bettdienst. Damit sind die eindeutigen Intimitäten gemeint. Küssen, Streicheln, Befriedigung der Herrin mit Hand und Mund. Auch Sex im engeren Sinne ist möglich. Und alles so, wie die Herrin es will. Will sie, dass ich dabei so männlich wie möglich bin, dann bin ich es. Will sie das unterwürfige Weibchen sein, weil ihr das gefällt, dann hat sie natürlich das Recht dazu. Sie hat jedes Recht. Sie hat sogar das Recht, gar nicht mit mir intim zu sein, oder mit einem anderen, oder mit mehreren. Die Zofe hat nicht eifersüchtig zu sein, ist der Herrin dafür treu.

(…)

Übrigens sind die Begriffe Herrin und Zofe nur Hilfsbegriffe; wir würden sie nicht verwenden, sondern uns bei unseren Namen nennen und uns duzen; es sei denn die Herrin wollte es anders.

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* Ich bin Jahrgang 1971 und hatte mein Trans-Comingout mit 30…